11.07.2018

Patrizia Laeri

Warum Medien schuld am Chefinnen-Mangel sind

Der Wirtschaftsjournalismus sei fest in Männerhand. Und Männer würden über Männer schreiben, so die SRF-Moderatorin im «Blick».
Patrizia Laeri: Warum Medien schuld am Chefinnen-Mangel sind
Frauen seien in der digitalen Welt zu wenig präsent – auch der Medien wegen, sagt SRF-Moderatorin Patrizia Laeri. (Bild: SRF/Oscar Alessio)

Die Medien seien schuld, dass es in der Wirtschaftswelt so wenig Chefinnen hat. «Ich war gerade wieder an einer Pressekonferenz und die einzige Frau im Raum. Letzte Woche auch. Vorletzte Woche auch. Und vor 20 Jahren auch», schreibt Patrizia Laeri, Moderatorin von «SRF Börse» und «Eco», in einer «Blick»-Kolumne.

Der Wirtschaftsjournalismus sei fest in Männerhand. «Und Männer schreiben wiederum vor allem über Männer. Nicht aus bösem Willen, sondern weil es menschlich ist», so Laeri. Es seien vor allem Wirtschaftsjournalistinnen, die weibliche Vorbilder ausgraben würden. Nur gebe es nicht so viele Wirtschaftsjournalistinnen. Die Folge davon: 80 Prozent der Personen, über die im Wirtschaftsteil geschrieben werde, seien männlich. «Wer unsichtbar ist, kommt nirgendwo hin.»

Und das Problem widerspiegle sich selbst auf Wikipedia. Artikel im Online-Lexikon müssten nämlich mit Medien-Artikeln belegt werden, schreibt die Ökonomin weiter. Nur gebe es dort eben wenig Artikel über Frauen – und wenn doch, dann kürzer. «Deshalb müssen wir Medien den Frauen endlich die Stimme geben, die sie verdienen», so Laeris Forderung. (cbe)

 

 



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Kommentare

  • Priska Meienberg, 13.07.2018 00:05 Uhr
    Wo sieht Frau Laeri ein Problem? Es liegt an den Frauen, Wirtschaftsjournalistin zu werden. Aber wahrscheinlich ist es wie beim Formel 1: Es sind mehr Männer, die sich für wirtschaftliche Themen interessieren. Frau Laeri ist eine Ausnahme. Es sind auch eher Männer, die sich für Fussball und anderen Sport interessieren, deshalb gibt es wohl auch mehr Sportjournalisten als Journalistinnen. Irgendwie dünkt mich das menschlich. Ich finde es nicht schlecht, dass sich Frau Laeri immer wieder für Frauenanliegen in der Wirtschaft einsetzt. Ein grösseres Problem ist aber das Linksliegenlassen der Ü50-jährigen, oftmals sehr gut Qualifizierte und gewissenhafte Leute, in der Wirtschaft. Das ist eigentlich ein echter Skandal, über das sich Wirtschaftsjournalisten äussern sollten. Ob Männer oder Frauen ist egal. Über dieses Thema hört man von Frau Laeri nie etwas. Vielleicht muss sie zuerst 50 werden, damit sie sich diesem Thema annimmt.

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