30.04.2023

Januar/Februar 2023

STUDER SANDRA, Januar/Februar 2023

Sandra Studer ist seit drei Jahrzehnten auf den Schweizer Bühnen und im Fernsehen präsent – und dies mit hoher Professionalität und absolut skandalfrei. Wie schafft man das? Jetzt ist sie als Mutter Oberin im neuen Schweizer Musical «Sister Äct» zu sehen. Das Stück, das in der Zürcher Maag-Halle aufgeführt wird, hat bereits weit über 60 000 Menschen begeistert und wird auf Grund seines Erfolgs mit grosser Wahr- scheinlichkeit im Herbst wiederaufgenommen (mehr Infos: www.sisteract-musical.ch).
Januar/Februar 2023: STUDER SANDRA, Januar/Februar 2023

Frau Studer, mehr als 60 000 Menschen haben das Musical «Sister Äct» bisher besucht. Wie erklären Sie sich diesen grossen Erfolg?
Viele kennen den Film. Die Geschichte der Nonnen, die eine Nachtklubsängerin verstecken müssen, ist originell, witzig und auch berührend. Zudem liefern Regisseur Dominik Flaschka und die Autoren Roman Riklin und Eric Hättenschwiler mit «Sister Äct» die schweizerdeutsche Version und verlegen das Stück mitten in die 1970er-Jahre in Zürich. Es ist eine Produktion mit toller Musik, liebevoll und frech geschriebenen Texten, und man hat als Publikum grossen Spass. Ich glaube, das nehmen die Menschen gerade sehr dankbar an: in diesen belasteten Zeiten zweieinhalb Stunden zu lachen, unterhalten und berührt zu werden. Und so funktioniert dann eben auch die Mundpropaganda. Wir sind sehr glücklich, dass das Theater voll ist.

Haben die Menschen nach den Corona-Jahren wieder eher Sehnsucht nach
dieser mystischen Welt, zu der auch ein Musical wie «Sister Äct» zählt?
Na ja, in diese mystische Welt taucht man im Musical nur bedingt ein, da vieles überzeichnet und auf Komik ausgelegt ist. Für mich persönlich enthielt die Vorbereitung aber wirklich einen kleinen Ausflug in eine unbekannte Welt. Ich durfte die Priorin des Klosters Fahr kennenlernen, mit ihr Zeit verbringen und Fragen stellen. Das war ein schönes Erlebnis. Sie schaute sich auch die Generalprobe an. Wir hatten zunächst Bedenken, da wir nicht wussten, wie sie reagieren würde. Doch sie war begeistert und freute sich, dass unser Stück eine positive und menschliche Botschaft hat. Und später brachte sie ihre Schwestern in eine Vorstellung mit.

War es für Sie als Reformierte schwierig, sich in die katholische Welt hineinzufühlen?
Nein, das ist spannend. Ich kenne den Katholizismus vor allem von meinem Bezug zur Kultur. Ich schaue mir gerne Kirchen an, war schon oft in Rom. Architektur, Geschichte und Atmosphäre dieser Kirchen ziehen mich an. Mit dem Apparat Katholizismus und Kirche habe ich zum Teil Mühe. Aber beim Spirituellen haben die Katholiken uns Reformierten etwas voraus. Davon wünschte ich mir im reformierten Glauben mehr.

Sie sind eine der vielfältigsten Schauspielerinnen und Sängerinnen. Wie ist eigentlich Ihre offizielle Bezeichnung?
Ich bin ein bisschen alles und nichts. Ich weiss manchmal auch nicht, was ich sagen soll, wenn ich nach meiner Berufsbezeichnung gefragt werde. Ich moderiere, aber eigentlich gar nicht so oft, ich singe, finde es aber fast anmassend, mich als Sängerin zu bezeichnen, und ich schauspielere, habe aber nie eine Schauspielschule besucht.



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