18.08.2025

Jean-Remy von Matt

Am liebsten hätte er «Mama» geschrien

Der berühmteste Schweizer Werber macht momentan viel von sich reden. Nun hat er sich für ein Interview bei Ex-Bild-Chef Reichelt entschuldigt.
Jean-Remy von Matt: Am liebsten hätte er «Mama» geschrien
Er sei «naiv» gewesen und da «reingerasselt»: Jean-Remy von Matt zum Nius-Interview. (Bild: John Patrick Walder, Archiv)

Jean-Remy von Matt ist momentan medial omnipräsent. Der Grund: Der wohl erfolgreichste Schweizer Werber und Mitgründer des internationalen Netzwerkes Jung von Matt hat soeben seine Biografie «Am Ende» veröffentlicht, die es sogar in die Spiegel-Bestseller-Liste brachte.

Praktisch jede deutschsprachige Publikation von Spiegel bis zur NZZ und dem Tages-Anzeiger berichteten mit Rezensionen oder in Interviews über das Buch. Ein Interview scheint dem Starwerber nun aber peinlich zu sein, nämlich jenes mit dem ehemaligen Bild-Chefredaktor Julian Reichelt auf dem als rechtskonservativ geltenden Onlineportal Nius.

Nach der Kritik für das Interview mit Reichelt entschuldigte sich der Starwerber dafür. Er sei «naiv» gewesen und da «reingerasselt», so von Matt, ohne sich vorgängig Gedanken zu Reichelt und dessen Medium gemacht zu haben. Er hätte sich – so von Matt in einem nachträglich veröffentlichten Blog-Beitrag – während des Interviews mit dem langjährigen Bild-Chef unwohl gefühlt, sei auf dem Stuhl herumgerutscht und habe neutrale Antworten gegeben. Am liebsten aber wäre er aufgestanden und hätte «Mama» geschrien.

Wohler gefühlt als im Frühstücksfernsehen

Reichelt lässt diese Entschuldigung nicht gelten. Von Matt habe ihm nach dem Interview gesagt, er habe sich bei Nius wohler gefühlt als beim Sat.1-Frühstücksfernsehen. Zudem habe er ihm eine schöne Widmung «mit Herz» ins Buch geschrieben.

Der Starwerber sei sich im Klaren gewesen, wem er das Interview gegeben habe. Trotzdem ist er wegen dessen Erklärung überhaupt nicht sauer. Die Werbeikone habe sich für seinen Auftritt entschuldigen müssen, weil er in der eher linken Branche seinen «Heiligenschein» nicht verlieren wolle, so Reichelt in seinem Nius. (ma)


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