«Cannes ist das Epizentrum von Kreativität»

Cannes Lions 25 - 141 Schweizer Arbeiten kämpfen in Cannes um die begehrten Löwen – mehr als im letzten Jahr. Christof Kaufmann, CEO des Schweiz-Repräsentanten Weischer.Cinema Schweiz, bleibt optimistisch, obwohl bislang nur zwei Schweizer Arbeiten auf den Shortlists stehen. Im Interview erklärt er, warum das Festival trotzdem stärker denn je ist.

von Christian Beck

Christof Kaufmann, 141 Arbeiten wurden dieses Jahr aus der Schweiz in Cannes eingereicht, mehr als letztes Jahr. Stimmt Sie das optimistisch?
Ja, das stimmt mich sehr optimistisch. Das sind fast 25 bis 30 Prozent mehr Arbeiten als im Vorjahr, die eingereicht worden sind. Die Kreativszene in der Schweiz lebt und ist optimistisch, über Einreichungen zu den Gewinnern zu gehören.

Am Wochenende wurden 17 Shortlists veröffentlicht. Zwei Schweizer Arbeiten dürfen hoffen – letztes Jahr waren es um diese Zeit fünf. Wie wird der Jahrgang 2025?
Allein dadurch, dass mehr Arbeiten eingegangen sind, hoffe ich natürlich, dass die Quote der Gewinner grösser ist als im letzten Jahr. Dass wir mehr Shortlists haben werden und auch mehr Gewinne. Dafür bin ich sehr zuversichtlich.

«Kein anderes Festival in dem Bereich hat sich seit Corona so gut erholt»

Rudi Haller von der Swissfilm Association sagte in einem persoenlich.com-Interview: «Cannes hat immer noch eine ungeheure Strahlkraft für Kreativität weltweit.» Sehen Sie das auch so?
Ich bin genau derselben Meinung. Cannes ist die Olympiade der Werbung und des Marketings, die aber jedes Jahr stattfindet. Kein anderes Festival in dem Bereich hat sich seit Corona so gut erholt. Das ist eigentlich der Beweis dafür, dass es den Cannes Lions sehr gut geht, dass es nach wie vor oder sogar mehr denn je das Epizentrum von Kreativität ist.

Und dennoch reisen seit Corona nur noch wenige Schweizer Kreative nach Cannes. Kennen Sie einen möglichen Grund?
Da kann ich nur in die Glaskugel schauen. Eigentlich kenne ich den Grund nicht. Ich finde es schade, dass nicht mehr nach Cannes reisen, da es nur ein kurzer «Hupf» über die Alpen ist. Vielleicht müsste man einfach wieder mal hingehen und wieder mal reinschauen – jene, die vielleicht das letzte Mal vor Corona dort waren, um einfach wieder daran zu schnuppern und Gefallen daran zu finden.

Optimistisch stimmt das «Team Switzerland» der Young Lions Competition. Wie gut stehen hier die Chancen auf einen Schweizer Erfolg?
Im Rahmen eines Get-togethers habe ich alle vier Teams bei uns kennenlernen dürfen. Die sind topmotiviert, die wollen kreativ sein, die wollen an die Grenzen gehen – an die Grenzen der Kreativität wie auch an ihre persönlichen Grenzen. Alle wollen eine Auszeichnung mit nach Hause nehmen, und das finde ich natürlich grossartig und es ist sozusagen der beste Motivator, um danach wirklich etwas zu gewinnen. Vor zwei Jahren haben wir bei den Young Lions in Media Bronze geholt. Vielleicht klappt es in diesem Jahr auch wieder mit einer Auszeichnung. Auf alle Fälle sind sie topmotiviert und begeistert.

«Meine Stimmung ist jetzt schon fantastisch»

Am Mittwoch veranstalten Sie das Swiss BBQ an der Côte d'Azur. Die Wetterprognosen sind hervorragend. Ihre Stimmung auch?
Meine Stimmung ist jetzt schon fantastisch. Vielleicht ist sie ein bisschen besser, wenn wir mehr Shortlists und allenfalls schon einen Löwen in der Tasche haben. Was mich aber freut, ist, dass es mitten in der Cannes-Woche eine Insel gibt, auf der sich die Schweizer treffen können. Und für die, die das nicht wissen: Mittwochmittag, 12 Uhr, O'Key Beach, Swiss BBQ. Ich freue mich auf alle, die kommen. Und es ist eigentlich mittlerweile schon zu einer Institution geworden, was mich eben auch sehr freut.



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