05.12.2019

Serviceplan Gruppe Schweiz

«Das ist ein guter Zeitpunkt, um loszulassen»

Peter Felser nimmt Stellung zu seinem Rücktritt als Verwaltungsratspräsident der Serviceplan Gruppe Schweiz.
Serviceplan Gruppe Schweiz: «Das ist ein guter Zeitpunkt, um loszulassen»
Peter Felser war seit 2014 Partner und Verwaltungsratspräsident der Serviceplan Gruppe Schweiz. Nun steigt er aus. (Bild: zVg.)

Herr Felser, Sie treten als Verwaltungsratspräsident der Serviceplan Gruppe Schweiz zurück. Gibt es einen speziellen Grund für diesen Entscheid?
Ich habe 2012 zugesagt, beim Aufbau der Agenturgruppe in der Schweiz zu helfen. Natürlich ist ein Aufbau nie ganz abgeschlossen. Aber heute steht die Gruppe mit über 120 Mitarbeitenden und einem guten Management auf soliden Beinen. Ein guter Zeitpunkt loszulassen. Zudem gibt mein Rückzug auch Chancen für Christian Baertschi, Pam Hügli und Raul Serrat. Sie übernehmen zusätzliche Aufgaben und können ihre Anteile an den Agenturen erhöhen. Es ist gut, wenn das Management noch stärker am Erfolg der Agentur beteiligt ist.

Wie wird die Gruppe neu positioniert?
Eine Neupositionierung ist nicht vorgesehen. Die Gruppe ist mit den Bereichen Kreation, Content, Technologie, Media und Strategie gut aufgestellt. Natürlich muss kontinuierlich optimiert werden. Mit den bisherigen Mitgliedern Christian Baertschi, neu als Präsident, und Markus Noder wird im Verwaltungsrat der Gruppe Kontinuität garantiert. Als neues Mitglied wird Pam Hügli, CEO der Serviceplan Suisse AG, sicher frische Ideen einbringen. Beides ist wichtig.

serviceplan1

Die Serviceplan Gruppe ist eine der grössten Werbeagenturen der Schweiz. Hatten Sie das Gefühl, mehr sei nicht mehr möglich?
Mehr ist immer möglich. Aber es ist klar, dass es beim Aufbau einer Unternehmung verschiedene Phasen gibt. Wir sind innerhalb weniger Jahre von Null auf über 120 Mitarbeitende gewachsen. Eine gewisse Potenz ist nötig, um ein ganzheitliches Angebot zu liefern. Aber Wachstum als Selbstzweck macht wenig Sinn.

Ist dies Ihr Ausstieg aus der Werbung oder planen Sie den Einstieg in eine andere Agentur?
Werde meiner beruflichen Leidenschaft Brand Leadership treu bleiben. Einerseits mit meiner Beratungsfirma Felser Brand Leadership, wo ich ausgewählte Strategieprojekte betreue, andererseits als Dozent und Studiengangsleiter an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. Ich werde der Branche verbunden bleiben: nicht nur mental, sondern auch mit konkreten Projekten.

Hat sich Ihr Serviceplan-Engagement finanziell gelohnt?
Mein Engagement hat sich in vielfacher Hinsicht gelohnt. Ich bin reicher an Erfahrung, habe viele tolle Menschen kennen gelernt. Und auch finanziell bin ich zufrieden.

Sie sind einer der erfolgreichsten Werber der Schweiz. Wie beurteilen Sie momentan den Zustand der Branche?
Die Branche ist nach wie vor faszinierend und spannend. Veränderungen bieten riesige Chancen für Leute mit Mut und unternehmerischem Gespür. Sorgen machen mir die fehlenden Auftritte vieler Agenturverantwortlichen. Waren sie früher oft zu laut und zu schrill, so sind sie heute gänzlich von der Bildfläche verschwunden. Das ist nicht gut. Zudem fällt auf, wie etablierte Agenturen unsorgfältig mit ihren eigenen Marken umgehen. Erstaunlich wie Agenturen, die Kunden markentechnisch beraten, ihre eigenen Marken mutwillig zerstören …

(Interview: Matthias Ackeret) 



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20200219

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.