14.09.2021

Rod Kommunikation

«Emotionaler Anstupser» für Jugendliche

Das Bundesamt für Gesundheit hat eine neue Teilkampagne lanciert, die Jugendliche und junge Erwachsene zum Impfen bewegen soll. Nebst den BAG-Verantwortlichen sprach Alessandro Reintges, Creative Director bei Rod, vor den Medien über die drei aktuellen Social-Media-Spots.
von Michèle Widmer

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Dienstag eine neue Teilkampagne im Kampf gegen das Coronavirus lanciert. Das Zielpublikum: Die 12- bis 29-Jährigen. Sie sollen mit unterhaltsamen Videos auf sozialen Medien zur Covid-Impfung motiviert werden. Das BAG hat am Dienstag dazu eine Kampagne auf Instagram, Facebook, TikTok, Snapchat und YouTube gestartet.

Die Durchimpfrate bei den Jungen birgt laut BAG noch Potenzial. Von den 12- bis 19-jährigen Jugendlichen hätten bisher 27 Prozent beide Impfdosen erhalten, sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, an einem virtuellen Anlass. 40,6 Prozent sei bisher mindestens eine Dosis verabreicht worden. Bei den jungen Menschen von 20 bis 29 Jahren sind laut Masserey bisher 46 Prozent vollständig geimpft worden. 56 Prozent von ihnen hätten mindestens eine Dosis erhalten.

Mit drei kurzen Fail-Videos will das BAG nun jungen Menschen aufzeigen, dass man sich zur Covid-Impfung trauen soll, wie es an einer Medieninformation am Dienstag hiess. Die selbstironischen Clips mit jungen Protagonistinnen und Protagonisten, bei denen einiges schiefläuft, sollen jungen Menschen die «diffusen» Ängste vor der Impfung nehmen, erläuterte Adrian Kammer, Leiter Sektion Gesundheitsinformation und Kampagnen BAG, an der Medienkonferenz. Die Spots seien eine Art «emotionaler Anstupser», fügte er an.

Sprache und Look von Jugendlichen

Verantwortlich für diese Massnahmen ist erneut die Agentur Rod Kommunikation. Dort arbeitete ein Team aus mehrheitlich jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Teilkampagne, um die Sprache und den Look der Zielgruppe zu treffen. «Kommunikation darf nicht eindimensional sein», sagte Creative Director Alessandro Reintges vor den Medien. Deshalb spiele man diese Kampagne in Teilelementen mit unterschiedlichen Ansprachen, auf verschiedenen Kanälen und zu mehreren Zeitpunkten.

Grundsätzlich hätten alle drei Videos eines gemeinsam. Sie zeigen junge Menschen, die sich etwas trauen würden, fügte er an. «Zum Start packen wir die Zuschauerinnen und Zuschauer mit purem Entertainment und beenden die Spots mit Information.» Und zwar dieser: «Die Ansteckung mit dem Coronavirus ist in der Regel viel gefährlicher, schmerzhafter und folgenreicher als eine Impfung», so Reintges weiter. Am Schluss sollen die Clips die Jugendlichen und jungen Erwachsenen dazu bringen, sich nochmals Gedanken über die Impfung zu machen. Umgesetzt wurden die Spots mit Stock-Material, die Szenen wurden also nicht selbst gedreht.

Die Kosten für die Kampagne belaufen sich laut Kammer auf 233'000 Franken, davon seien 70 Prozent für die Kosten der Verbreitung in den sozialen Medien vorgesehen. Die Kampagne läuft ab dem 5. Oktober zusätzlich auf herkömmlichen Kanälen in der Öffentlichkeit, wie es weiter hiess. In den nächsten Wochen kommen laufend in kurzen Abständen neue Kampagnen-Elemente hinzu.

Einfacherer Alltag

Die Impfung bringe nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale Vorteile – das Leben im Alltag werde wieder einfacher, sei es im Ausgang oder auf Reisen. Auch psychische Konsequenzen der Pandemie sollen so reduziert werden. Dies betrifft zum Beispiel das Wegfallen der Quarantäne.

Diese Vorteile seien häufig auch die Motivationen der Jungen, sich impfen zu lassen. Vor allem, da seit Montag ein Zertifikat für den Besuch vieler Innenräume für Jugendliche ab 16 Jahren nötig sei. «Die Impfung ermöglicht den Jungen eine Rückkehr zur Normalität», so Masserey.

Seit Ende August empfiehlt das BAG die Impfung allen Jugendlichen ab 12 Jahren. Es sei zwar selten, dass es bei Jungen zu schweren Verläufen komme. Doch auch sie sollten vor den Auswirkungen des Virus geschützt werden, zum Beispiel vor Long Covid. Geimpfte würden zudem das Virus nicht nur seltener weitergeben, es werde auch die Entstehung weiterer Virusvarianten reduziert, sagte Masserey. Weitere Kampagnen seien geplant. 


(angereichert mit Material der Nachrichtenagentur Keystone-SDA)



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