06.10.2021

Facebook-Panne

Impfkampagne konnte nicht planmässig starten

Aufgrund der weltweiten Störung von Instagram, Facebook und WhatsApp musste das BAG Werbeschaltungen für die neue Impfkampagne verschieben. Betroffen waren auch Firmen wie Denner, die Migros und die Swiss. Dies zeigt ein Artikel des Tages-Anzeigers.
Facebook-Panne: Impfkampagne konnte nicht planmässig starten
Die Videos der BAG-Kampagne konnten während der weltweiten Panne nicht ausgespielt werden. (Bild: Screenshot Kampagnensujet)

Facebook, Instagram und WhatsApp funktionierten am Montagabend für rund sechs Stunden nicht – und dies praktisch weltweit (persoenlich.com berichtete). Das wirkte sich auf die Social-Media-Werbeschaltungen von Firmen und Behörden aus, wie ein Bericht des Tages-Anzeigers zeigt. Betroffen war zum Beispiel das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das seine neue Impfkampagne nicht planmässig beginnen konnte. «Unsere Videos konnten im Zeitraum, in welchem Facebook und Instagram down waren, nicht ausgespielt werden. Das ist bedauerlich», lässt sich Marco Meroni, Geschäftsleitungsmitglied der Werbeagentur Rod, im Artikel zitieren.

Ähnlich sieht es bei Denner aus, der gemäss Tagi vorübergehend ebenfalls auf Werbeschaltungen verzichten musste. Der Discounter hatte für seine aktuelle Kampagne «Nah bei dir» am Montagabend sowohl auf Facebook als auch auf Instagram Schaltungen gebucht (persoenlich.com berichtete). Betroffen seien weiter die Migros und die Swiss. Ein Migros-Sprecher relativierte im Tages-Anzeiger: «Da die Störung ‹nur wenige Stunden› dauerte, und die meisten unserer Kampagnen auf eine längere Präsenzzeit ausgerichtet seien, sei die Migros ‹trotzdem nur marginal betroffen›.»

Nun stellt sich die Frage, wie gross das Ausmass dieser Panne für die Schweizer Werbewelt ist. Die Zürcher Werbeagentur Sir Mary rechnet mit einem Reichweiten- und damit Einnahmeneinbruch von 55 Prozent gegenüber dem Vortag, wie Geschäftsführer Daniel Zuberbühler dem Tages-Anzeiger sagte.

Schadenersatzforderungen aktuell kein Thema

Da drängt sich unweigerlich die Frage auf, wer für die Verluste aufkommt. Zumindest das BAG wird diesbezüglich laut dem Tagi nichts unternehmen, sondern die vier Wochen andauernde Kampagne einfach leicht verspätet auf den sozialen Medien umsetzen. Marco Meroni lässt sich im Bericht wie folgt zitieren: «Uns ist wichtig, dass die Kampagne dort ihre Zielgruppen erreicht. Zu welchem Zeitpunkt sie das tut, ist nicht entscheidend.»

Auch für die Migros und Denner sind Schadensersatzforderungen kein Thema. Einen möglichen Grund liefert Martin Steiger, Anwalt für Recht im digitalen Raum, im Zeitungsbericht: «Für Schweizer Firmen dürfte es sehr schwierig sein, Entschädigungen für die ausgefallene Werbezeit zu erhalten.» Sollte es in den USA zu einer Sammelklage kommen, hält es Steiger aber für denkbar, dass Schweizer Firmen sich beteiligen. (tim)


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