Cannes Lions hat neue Integritätsstandards angekündigt, die ab 2026 für alle Einreichungen gelten werden. Während der diesjährigen Cannes Lions wurden preisgekrönte Arbeiten aufgrund von Bedenken bezüglich Manipulation, synthetischer Medien und KI-Nutzung zurückgezogen (persoenlich.com berichtete).
Das Rahmenwerk umfasst laut einer Mitteilung vom Donnerstag neue Kontrollmechanismen: Jede Einreichung muss von der Geschäftsleitung des einreichenden Unternehmens und von einem Senior-Marketer der beauftragenden Marke genehmigt werden. Ein zweistufiges Überprüfungssystem kombiniert manuelle Kontrollen mit KI-gestützter Analyse.
Die Sanktionen: Unternehmen, die vorsätzlich falsche oder irreführende Arbeiten einreichen, können für bis zu drei Jahre von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Zudem kann die Jury-Berechtigung entzogen werden.
Ein neu eingerichteter Integritätsrat aus Rechts-, Ethik- und neutralen Branchenexperten wird eskalierte Fälle überprüfen. Cannes Lions wird zudem jährliche Integritäts-Audits veröffentlichen.
«Kreativität ist nur wertvoll, wenn sie glaubwürdig ist»
«Die Branchenlandschaft verändert sich mit Lichtgeschwindigkeit», begründet Simon Cook, CEO von Cannes Lions, die Massnahmen. «Kreativität ist nur wertvoll, wenn sie glaubwürdig ist. Und Glaubwürdigkeit muss verdient, nicht vorausgesetzt werden.»
Die Bedeutung kreativer Exzellenz für Unternehmen zeigen Zahlen einer Interbrand-Analyse der 50 besten Lion-Gewinner-Marken: Diese verzeichnen 2,7 Prozent mehr Profitabilität und 4,7 Prozent Wachstum der Marktkapitalisierung im Jahr nach einem Lion-Gewinn.
Cannes Lions plant, ein «AI Integrity Handbook» zu veröffentlichen, das globale Standards für Awards-Integrität im KI-Zeitalter setzen soll. Das Handbuch orientiert sich an OECD-KI-Prinzipien und Unesco-Ethikempfehlungen. (pd/cbe)

