24.05.2018

Werbestatistik 2017

Online ist das grösste Kuchenstück

Online-Werbung legt zu und macht laut der Studie Werbestatistik Schweiz erstmals den grössten Anteil am Werbemarkt aus. Derweil gehen die Werbeumsätze von Zeitungen und Magazinen weiter stark zurück. Bei TV verliert die SRG weiter.

Online-Werbung überholt Inserate in Print: Die Netto-Werbeumsätze der Schweizer Presse liegen mit 1,1 Milliarden Franken um knapp 12 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Derweil haben die Onlinekanäle im letzten Jahr auf 2,1 Milliarden Franke zugelegt und machen damit zum ersten Mal den grössten Teil des Schweizer Werbekuchens aus. Dies sind die Ergebnisse einer Studie der Wemf Stiftung Werbestatistik Schweiz, welche am Donnerstagnachmittag veröffentlicht worden ist.



Für das Jahr 2017 wurden Werbeumsätze von insgesamt rund 6,4 Milliarden Franken gemeldet. Die Onlinekanäle Suchmaschinen-Werbung, Online-Display-Werbung, Online-Verzeichnisse und Online-Rubrikenmärkte (Jobs, Immobilien, Autos), aber auch der Bereich des Affiliate-Marketings verzeichneten in dieser Periode allesamt ein Plus. Die Zahlen für Suchmaschinen-Werbung und Affiliate-Marketing beruhen neu auf den Brutto-Umsätzen von Media Focus. Die Angaben zur Suchmaschinen-Werbung sind aus methodischen Gründen nicht mit der Vorjahresstudie vergleichbar.

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Positive Entwicklungen im Vergleich zu 2016 gab es ausserdem bei der Kinowerbung sowie bei den gedruckten Verzeichnissen. Die Kinowerbung weist mit einem Umsatz von 31 Millionen Franken ein Wachstum von 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. Die Umsatzzahlen der gedruckten Adress- und Telefonverzeichnisse haben im letzten Jahr eine leichte Steigerung auf 75 Millionen Franken erfahren.

Stabiles Ergebnis bei der Aussenwerbung

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Aussenwerbung insgesamt stabile Zahlen (Total 452 Millionen Franken). Die analoge Plakatwerbung hat einen leichten Umsatzrückgang (–1,3 Prozent) zu vermelden, während Digital out of Home mit einem Plus von 16,6 Prozent auf einen starken Zuwachs zurückblicken kann. Die Verkehrsmittelwerbung bleibt stabil auf 71 Millionen Franken.

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Abnehmende Werbeumsätze müssen die Gattungen Fernsehen, Radio, Direktwerbung sowie Werbe- und Promotionsartikel hinnehmen. Bezüglich Fernsehwerbung ging der Umsatz bei den öffentlichen Sendern deutlich zurück (–8,4 Prozent). Die privaten Schweizer Sender konnten ihren Werbeumsatz hingegen um 8,9 Prozent ausbauen und auch jener der ausländischen Werbefenster erfuhr eine leichte Steigerung. Der Anteil der ausländischen Werbefenster ist erstmals höher als jener der SRG-Sender.

Die Radiowerbung liegt mit 151 Millionen Franken Umsatz unter dem Vorjahresniveau. Die Einnahmen aus der Direktwerbung sanken leicht auf 984 Millionen Franken und diejenigen der Werbe- und Promotionsartikel auf 706 Millionen Franken. (pd/wid)



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Kommentare

  • Sandro Prezzi, 24.05.2018 15:06 Uhr
    Zur Aussagekraft der ONLINE Umsätze ist noch anzumerken, dass die von Media Focus gemeldeten Suchmaschinen Umsätze Experten-SCHÄTZUNGEN und keine offizielle Meldungen/Messungen der Vermarkter sind. Damit ist der "Online-Boost" mit Vorsicht zu geniessen.
  • Walter von Siebenthal, 24.05.2018 15:12 Uhr
    Aufschlüsselung Bereiche Online beachten.
  • Jens Windel, 24.05.2018 15:40 Uhr
    @Sandro Prezzi: Die Online-Werbedaten (keine Umsätze) der Werbedruckstatistik Schweiz basieren für "Display" seit 2001 auf Datenlieferungen. Die Online-Werbedaten für "Search" basieren seit 2013 auf empirischen Eigenerhebungen durch Technologieeinsatz. Es handelt sich keinesfalls um Schätzungen, sondern um granulare Erhebungen. Nur die gesonderte Publikation "Semester Report Online" (SRO) von Media Focus enthält teilweise Expertenschätzungen für Onlinesegmente, die keine Marketingrelevanz für Werbeauftraggeber haben (z.B. Classifieds), damit der digitale Gesamtmarkt im SRO möglichst vollständig dargestellt wird.
  • Florian, 24.05.2018 21:20 Uhr
    Und wo werden die Werbemittel der Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter, LinkedIn usw. zugeordnet?
  • Mike Schwede, 25.05.2018 15:08 Uhr
    Was versteckt sich hinter "Online"? Das meiste Online-Geld fliesst heute zu Facebook, dann Google Adwords, Display, Youtube. Hat Wemf nur Schweizer Anbieter gemessen? Diese spielen ja in einem modernen Online-Mediaplan keine bis zu einer untergeordneten Rolle.

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