06.07.2000

Nicht vergessen

Präser benützen

Jugendliche und junge Erwachsene sind eine wichtige Zielgruppe der nationalen Aids-Präventionskampagne. Der Präservativgebrauch in dieser Gruppe der Bevölkerung hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und konnte sich auf sehr hohem Niveau halten. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Kampagne liegt darauf, Jugendliche und jungen Erwachsene in ihrem Schutzverhalten zu bestätigen. Der ab 14. Juli in diversen Open-Air-Kinos laufende Stop-Aids-Spot tut das auf ziemlich handgreifliche Art und Weise!
Nicht vergessen: Präser benützen

Bei der Gruppe der 17- bis 30-Jährigen hat, laut einer Umfrage aus dem Jahr 1997, der konsequente Gebrauch von Präservativen bei Gelegenheitskontakten von 8 Prozent im Jahr 1987 auf 77 Prozent im Jahr 1997 zugenommen: Bei den 31- bis 45-Jährigen von 22 auf 56 Prozent. Der Präservativgebrauch zu Beginn einer neuen festen Beziehung ist vor allem bei den jüngeren Menschen von Bedeutung: 1997 erreichte dieser Wert bei den 17- bis 30-Jährigen rund 76 Prozent.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Kampagne liegt darauf, Jugendliche und jungen Erwachsene in ihrem Schutzverhalten zu bestätigen und sie zu motivieren in ihrem Präventionsverhalten fortzufahren. Ein Medium, das sich wie kein zweites anbietet, ist das Kino, weil Jugendliche besonders häufig ins Kino gehen. Die Open-Air-Kinos, die seit Jahren in verschiedenen Schweizer Städten stattfinden, werden vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen besucht. Die Kampagne unterstützt den diesjährigen Inseratenauftritt mit einem Kino-Spot, der in seiner Umsetzung provokativ ist.

Aus diesem Grund fand im Mai eine Befragung zur Akzeptanz des Spots in sechs Kinos statt. Alle Landesteile wurden dabei berücksichtigt: La Chaux-de-Fonds, Lausanne, Lugnano, Luzern, Zürich und Burgdorf wurden als Testorte ausgewählt. Es wurden 420 Personen, Männer und Frauen, befragt. Der Sport wurde im regulären Werbeblock vor Filmbeginn gezeigt und dem Publikum war bis zur Pause, als die Fragebogen verteilt wurden, nicht bekannt, dass sies an einem Test teilnahmen. 403 Personen füllten während der Pause den Fragebogen aus, und die Resultate erstaunten selbst die grössten Skeptiker:

Die Botschaft, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen, wird spontan von über 80 Prozent verstanden. Die Reaktionen sind – und das in allen Landesteilen – mit wenigen Ausnahmen durchwegs positiv. Der Spot gefällt durch seine freche, offene, humorvolle und unterhaltsame Art. Bei 79 Prozent der Befragten löst der Spot ein Schmunzeln über das letzte Bild aus und er stützt die Überzeugung, dass sich schützen lohnt (55 Prozent). 26 Prozent gefallen die erotischen Bilder, 20 Prozent bleibt der Spot gesamthaft in positiver Erinnerung und 15 Prozent gaben an, dass der Spot sie persönlich berühre. Lediglich 5 Prozent der Befragten sind über die Schlussszene verärgert oder geben an, den Spot als aufdringlich oder geschmacklos zu empfinden.

Verantwortlich beim Bundesamt für Gesundheit, Fachstelle Stop Aids, Bern: Markus Allemann, Helena Urfer; bei cR Seiler DDB, Basel: Thomas Schaub (CD), André Benker (im Auftrag), Dave Jäger und Jürg Schaub (Beratung); Prodution: Wirz + Fraefel; Regie: Ernst Wirz; Location: Key Biscaine, Florida.



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