12.08.2025

Todesfall

Ruedi Külling ist verstorben

Der berühmte Grafiker war Mitinhaber von Advico, seine Plakate sind in der Sammlung des Museum of Modern Art in New York vertreten. Er war 90 Jahre alt.

Am 1. August 2025 ist der bekannte Schweizer Grafiker Ruedi Külling 90-jährig verstorben. Dies ist aus einer am Dienstag publizierten Todesanzeige ersichtlich. Der bekannte Grafiker startete seine Karriere nach dem Besuch der Grafikklasse der Kunstgewerbesschule Zürich und als Mitarbeiter von Gérard Miedinger 1957 bei Franco Grignani in Mailand. Später war er bei dem bekannten Schweizer Werber Victor N. Cohen tätig und wechselte Anfang der Sechzigerjahre ins Ausland, wo er als Art Director bei den internationalen Agenturen Mather & Crowther in London sowie bei Leo Burnett in Chicago tätig war.

Ab 1963 arbeitete Ruedi Külling als Creative-Designer bei der legendären Werbeagentur Advico in Gockhausen, ab 1976 war er deren Mitinhaber. Külling schuf für BIC den berühmten Werbespot, in dem ein Kugelschreiber das Logo kritzelt. Dieser wurde in Cannes mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Zudem gestaltete er die bekannten Sinalco-Plakate. Seine Schöpfungen wurden mehrfach ausgezeichnet, auch als «Schweizer Plakat des Jahres», zudem wurde es in die Sammlung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen.

1989 gründete Ruedi Külling die «Külling Partner Identity», ein Büro für Kommunikationsdesign, und 1996 zusammen mit Hanspeter Hanschick die «Xemex Swiss Watch». Külling gehörte zudem zu den Mitgründern des ADC, welcher im nächsten Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert.  Der Verstorbene lebte in Zollikerberg. (ma)


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KOMMENTARE

Stefan Vogler
13.08.2025 11:45 Uhr
Ruedi Külling war - wie auch Jörg Zintzmeyer sel. - einer der Pioniere und ein begnadeter Gestalter. Was heute ‚Branding’ heisst, lief damals noch unter ‚Corporate Design’ nach dem weltbekannten Corporate Identity Modell von Birkigt/Stadler. Ich vergesse seine sehr präzise Rückmeldung an meiner Graphic Designer Abschlussprüfung nie. Er war Experte an der alt ehrwürdigen Kunstgewerbeschule Zürich (heute Schule für Gestaltung, hat grandiose Gestalter:innen wie Starfotograf Toscani sel. hervor gebracht). Noch heute hilft mir manchmal sein Lob und der konstruktive Tadel. Viele der ganz grossen Schweizer Marken trugen seine Handschrift. R.I.P.
Victor Brunner
12.08.2025 16:12 Uhr
Auch seine OLMA Plakate waren Hingucker, auf dem gleichen Level wie die EXPO Plakate 1964. Külling ging in die Welt, schaute hin, liess sich inspirieren. Heute ist Local, ZHdK und Mittelmass angesagt. Auch Agenturen wie Advico die Gockhausen weltberühmt gemacht haben gibt es nicht mehr. Der Spirit, die Überraschung, der Humor fehlt, in Plakaten und Kampagnen trotz Dutzenden von Beteiligten!
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