09.10.2022

Freundliche Grüsse

Vorfälle melden, statt schweigen

Auch in der Schweiz gibt es jährlich Grenzüberschreitungen im Sport. Die aktuelle Sensibilisierungskampagne von Swiss Olympic macht auf belastende Situationen aufmerksam. «Es gibt ein Bedürfnis nach Orientierung zu Grenzüberschreitungen», so Creative Director Samuel Textor.
Freundliche Grüsse: Vorfälle melden, statt schweigen
Die Kampagne von Freundliche Grüsse für Swiss Olympic soll nicht nur sensibilisieren, sondern auch eine erste Hilfestellung bieten. (Bilder: zVg)

Viele junge Sportlerinnen und Sportler haben grosse Ziele und geben alles dafür, diese zu erreichen. Doch im Training werden teilweise Grenzen überschritten. Zum Beispiel durch übertrieben harte Trainingsmethoden oder psychischen Druck. In der Umkleidekabine oder im Wettkampf sieht es nicht anders aus: Jugendliche werden Opfer von Mobbing, sexueller Belästigung oder diskriminierenden und unfairen Behandlungen. Betroffene neigen dazu, solche Vorfälle zu tabuisieren, statt sie anzugehen. Sicherlich auch aufgrund der Unsicherheit, nicht zu wissen, an wen sie sich wenden sollen.

Die Zürcher Agentur Freundliche Grüsse hat sich dieser schwierigen Thematik zum zweiten Mal angenommen und eine Folgekampagne erschaffen, welche mittels emotionaler Bilder und ebensolchen Aussagen in das Innenleben der Leidtragenden blicken lässt, wie sie in einer Mitteilung schreibt. «Wir haben uns intensiv mit Fachleuten bei Swiss Olympic zum Thema auseinandergesetzt. Aufgrund von Beispielen von Grenzüberschreitungen konnten wir ein Gespür für die sensiblen Bereiche entwickeln», so Samuel Textor, Founder und Creative Director von Freundliche Grüsse, auf Anfrage von persoenlich.com.

Die scharfen Headlines sind laut Mitteilung bewusst zweiteilig aufgebaut. Während im ersten Teil noch alles in Ordnung scheint, bringt der zweite Teil die Probleme auf den Punkt. Eine Textstruktur, die sinnbildlich für die gemeine Aussenwahrnehmung und die sich dahinter abspielenden, persönlichen Tragödien steht.

Die Kampagne soll nicht nur sensibilisieren, sondern auch eine erste Hilfestellung bieten. Zum einen mit dem Verweis auf den Content Hub, wo sich jede und jeder umfassend darüber informieren kann, wo man sich Support und Unterstützung holen kann. Ausserdem zeigt die Website Beispiele und Situationen auf, in denen es wichtig ist, mit jemanden darüber zu sprechen. Zum anderen wird auf die Meldestelle von Swiss Sport Integrity hingewiesen, wo Betroffene direkt und falls gewünscht anonym Missstände melden können.

«Die Kampagne ist für mich sehr wichtig», so Samuel Textor weiter. «Es gibt ein Bedürfnis nach Orientierung zu Grenzüberschreitungen – und wohin sich betroffene Personen im Ernstfall wenden können. Nach wiederholt publik gewordenen (Missbrauchs-) Vorfällen im Sport scheint mir gerade dieser Aspekt besonders wichtig. Wir sind froh, Swiss Olympic bei diesem Anliegen unterstützen zu können.»

Die Kampagne ist ab Montag schweizweit auf Plakaten, Social Media und auf der Website von Swiss Olympic zu sehen.

Verantwortlich bei Swiss Olympic: Selina Wyss (Projektleitung), Marc Schumacher (Leitung Marketing & Kommunikation), Franziska Wehrle (Leitung Kommunikation), Samuel Wyttenbach (Leiter Werte), Andres Trautmann (Mitarbeiter Werte); verantwortlich bei Freundliche Grüsse: Marion Schwager, Pascal Deville, Samuel Textor (Gesamtverantwortung), Sarah Winker (Beratung), Christian Stüdi (Text), Mara Schwegler (Art Direction); Dominik Locher (Grafik);  Produktion: Mygosh; Fotografie: Dylan Moore. (pd/cbe)


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