20.12.2018

Foundry

Warum Amnesty International nicht in Feierlaune ist

Die international tätige Kommunikationsagentur hat eine Kampagne zum 70. Geburtstag der Menschenrechtsorganisation lanciert. Die in Europa gängige Abschiebepraxis von Asylsuchenden trübe das Jubelfest.

In diesen Tagen jährt sich die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zum 70. Mal. Ein Grund zum Feiern oder nicht? Genau darum geht es bei der von Foundry entwickelten Kampagne «Un-happy birthday» für Amnesty International Finnland. Dies schreibt die Agentur mit Büros in Berlin, Zürich und New York in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Abschiebepraxis von Asylsuchenden kritisiert

Über Asylsuchende werde viel und heftig diskutiert. Dabei komme die Debatte über Menschenrechte und wie man diese wahre zu kurz, schreibt Foundry. Gerade am 70. Jahrestag der Menschenrechte sollte deutlich gemacht werden, dass es hier Nachholbedarf gebe – auch mitten in Europa. Ein gutes Beispiel hierfür sei die Tatsache, dass Asylsuchende in gefährliche Länder und Regionen abgeschoben würden. Auch von Finnland aus.

Die Frage, ob der 70. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte ein Grund zum Feiern sei, sei daher mit Ja und Nein zu beantworten. So inszeniert die Werbekampagne den Jahrestag als «Un-happy Birthday: Kein Grund zum Feiern». Die Kampagne soll eine Plattform für all jene schaffen, die von der gängigen Abschiebepraxis und den daraus resultierenden Konsequenzen betroffen oder gar bedroht sind.

«Die einzelnen Kampagnenmotive dramatisieren den schroffen Widerspruch zwischen dem 70. Jahrestag und der erschreckenden Wirklichkeit einer Abschiebung in Krisengebiete beziehungsweise hochriskante Länder», schreibt die Agentur. Sie zeigen Asylsuchende und deren Unterstützer, die ihre bewegende Geschichte erzählen, und das inmitten einer festlichen Geburtstagsdekoration inklusive Partyhütchen auf dem Kopf.

Gleichzeitig wird die Bevölkerung dazu aufgerufen, eine Petition gegen Abschiebungen in gefährliche Gegenden zu unterzeichnen.

Die eingesetzten Medien sind Filme, Printanzeigen, Flyer, soziale Medien sowie klassische und digitale Plakate.

Verantwortlich bei Amnesty International Finland: Nora Huhta, Piia Mustonen, Tomi Asikainen, Vilma Vuorio; verantwortlich bei Foundry Berlin: Sacha Moser (Creative Partner), Alexander Sistenich (Konzeption), Sampo Hänninen (CD Art), Gregor Wollenweber (Grafik), Markus Neumann (Beratung), Alexander Sistenich (Konzeption), Robert Lindström (Fotografie), Mete Sasioglu (On Location Producer); Filmproduktion: Vanessa Vandy (Direktor), Lamar Hawkins (Executive Producer), Mete Sasioglu, Sons of Lumiere (Producer), Nora Huhta & Mete Sasioglu (Casting), Theofanis Kavvadas (DoP and 1st camera operator), Thomas William Poole (2nd camera operator), Erkka Immonen (1st AD), Hans Barck (Gaffer & Grip), Senja Ruohonen (Best Girl), Jarno Muhonen (Sound Recordist), Tony Alfström (Art Department), Vanessa Vandy (Post Production Supervisor), Joona Möttö (Editor), Sakari Karjalainen, El Camino Helsinki, Matic Prusnik (Color Grade), Jori Grönroos (BTS Photography); Gear: Kamerafirma The Camera House/Valofirma. (pd/as)



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