Mehrere Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen haben bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission eine Beschwerde gegen die Branchenorganisation Proviande eingereicht. Auslöser ist eine Werbekampagne unter der Marke «Schweizer Fleisch», die Anfang Februar 2026 auf dem Newsportal Watson geschaltet wurde. Darin heisst es, über drei Viertel aller Nutztiere profitieren vom Bundesprogramm «RAUS» für regelmässigen Auslauf im Freien.
Die Organisationen Animal Rights Switzerland, Sentience, Stiftung für das Tier im Recht und Tier im Fokus kritisieren die Berechnungsmethode. Diese basiert auf Grossvieheinheiten (GVE) an einem Stichtag, wobei eine Kuh 250 Hühnern entspricht, was den realen Anteil der Tiere mit Auslauf auf rund 15 Prozent drücke.
Bei einem Hof mit zwei Kühen mit Auslauf und 500 Hühnern ohne Auslauf ergäben nach GVE-Logik 50 Prozent «RAUS»-Konformität, faktisch seien es weniger als 1 Prozent. Masthühner machen mit über 80 Millionen Individuen pro Jahr den grössten Teil aus, bei einem Rinderbestand von 1,5 Millionen, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.
Die Organisationen bemängeln zudem, dass Proviande jedes Jahr über 5 Millionen Franken vom Bund für die Absatzförderung erhält. (pd/cbe)


