22.09.2022

Migros

«CoffeeB»-Banner bei Breitbart aufgetaucht

Das neue Kaffeesystem wird auf der rechten Internetplattform beworben. Die Ad wurde umgehend deaktiviert.

Mit lauten Tönen hat Anfang September die Migros das Kaffeekapsel-System «CoffeeB» auf den Markt gebracht (persoenlich.com berichtete). Gleichzeitig wurde eine gross angelegte Werbekampagne lanciert.

Online-Banner sind nun an einem Ort aufgetaucht, an dem sie nicht auftauchen sollten. Michael M. Maurantonio, Mit-Initiant von #StopFundingHateNow, hat die «CoffeeB»-Werbung auf Breitbart entdeckt, einer US-amerikanischen Nachrichten- und Meinungswebsite, die 2007 durch den Publizisten Andrew Breitbart gegründet wurde. Die Seite erlangte Aufmerksamkeit durch die Verbreitung von Falschmeldungen und Verschwörungsideologien.


Die Migros hat die Notbremse ziehen lassen. «Die Mediaagentur von ‹CoffeeB› hat bereits Brand-Safety-Massnahmen getroffen», so ein Sprecher auf Anfrage von persoenlich.com. «Dennoch kann es zu einem Restrisiko kommen. Die Ad wurde umgehend runtergenommen.» Sprich: Die Ausspielung der Ad auf der URL Breitbart.com sei gestoppt worden. (cbe)



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Kommentare

  • Michael M. Maurantonio, 24.09.2022 14:18 Uhr
    Das Problem, wenn Unternehmen auf unsere #StopFundingHateNow Tweets "intern" reagieren oder in ganz seltenen Fällen (weniger als 1 von 10) sich bei uns mit einem Feedback melden: bis dahin haben sie wissentlich Desinformation finanziert. Wieso wissentlich? Weil sie die Verantwortung tragen, wo ihre Werbung gezeigt wird: a) Entweder sie kontrollieren die Mediapläne und geben diese so frei. Oder b) sie kontrollieren die Mediapläne (und die Seiten) nicht, geben diese aber trotzdem frei. Auf jedem Mediaplan (planned & ex-post) können bis zu 5% des Umsatzes zu Desinformationsseiten, zu Seiten mit illegalen Inhalten (Rassismus, Sexismus, Pädophilie) oder zu Seiten mit anti-wissenschaftlichen Behauptungen fliessen. Wir haben diverse Pläne sowie Live-Reports analysieren dürfen und waren verblüfft, dass bekannte Seiten wie Breitbart, Sputnik etc. der Agentur/dem Auftraggeber nicht aufgefallen waren. Aber was sind schon 5%? Wie ein Agentur CEO plakativ meinte "95% laufen ja ok." In Deutschland, wo wir u.a. auch tätig sind, betrug 2021 das netto Volumen für Display-Ads inkl. Social ca. 5.2Mia € (Quelle: ZAW, nur erfasste Medienträger)! Gemäss IAB macht Social Display ca. 50% aus. Open web wären es dann 2.6 Mia €. Bei 5% "Fehlerquote" wären das 130 Mio € pro Jahr. Ok, wir "optimieren" im Sinne von "wir kümmern uns drum" auf 1% "Fehlerquote": 26 Mio € pro Jahr. Ok, wir wollen nicht so sein, 99.9% läuft chico. 2.6 Mio €. In der kleinen Schweiz läuft es ident ab. Was sind schon 2.6 Mio € jedes Jahr? Würden Sie auch nur 1.- € einem Pädophilen und Kinderschänder spenden? Falls ja, dann finde ich es konsequent, dass Sie mit uns keinen Kontakt pflegen wollen. Ich will mit Kinderschändern und solche, die diese finanziell unterstützen, auch keinen Kontakt. PS: Und wenn viele meinen, "man sei dran, das Problem zu lösen" und "man stünde noch am Anfang, es bräuchte Zeit", dann erinnere ich alle an die im Jahr 2016 lancierte Kampagne "Kein Geld für Rechts". Im Jahr 2020 wurden wir in auch Deutschland und in Österreich, nach der Schweiz mit #StopFundingHateNow lauter. Mehr als 3000 Anzeigenkunden wurden gefunden. Ergo: nix ist passiert. Mehr als 80% hatten nicht einmal den Anstand, zu reagieren, wie Thomas Koch und ich konstatieren durften. Wer will noch glauben, dass die Branche nicht in der Lage ist, das Problem mit den Milliarden Euro, die jedes Jahr in Werbung investiert werden, an der Wurzel zu packen? Und selbst wenn 99,9 % aller Investitionen im D-A-CH Raum "verantwortungsvoll" eingesetzt werden, finanziert der Markt immer noch Pädophile, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus mit fast 3-4 Mio. € pro Jahr (und ja, die Realität liegt eher bei 5 % und nicht bei 0,1 %). #FoodForThoughts

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