21.12.2020

Weihnachten 2020

Das liegt dieses Jahr unterm Weihnachtsbaum

Trotz Coronakrise wird der farbige Päckliberg unter dem Weihnachtsbaum dieses Jahr gross sein – jedenfalls, wenn man einer Umfrage zum diesjährigen Geschenkbudget glaubt. Doch in gewissen Geschenkkategorien macht sich die Pandemie bemerkbar.
Weihnachten 2020: Das liegt dieses Jahr unterm Weihnachtsbaum
In der Krise wird gespart – könnte man meinen. Nicht so bei Herr und Frau Schweizer. Jedenfalls nicht an Weihnachten. (Bild: pixabay/pexels)

Schweizerinnen und Schweizer wollen für die anstehenden Weihnachten so viel Geld ausgeben wie noch nie in den letzten zehn Jahren. 327 Franken beträgt das durchschnittliche Budget für Geschenke laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens EY.

Ihr Kinderlein, bastelt

Der grösste Teil davon geht laut der Umfrage für Spielzeug drauf. Dass bei Spielwaren nicht gespart wird, stellt auch Franz Carl Weber fest: «Grundsätzlich haben wir eine Steigerung des Kundenfrankens», sagte Marketingleiterin Natalie Berger auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Jeder Kunde gebe im Schnitt rund 15 Prozent mehr aus pro Artikel als letztes Jahr.

Dabei sind vor allem Spielsachen zum Konstruieren und Basteln der Renner. «Konstruktionsspielzeug wie zum Beispiel Lego oder Geomag erfreuen sich grosser Beliebtheit», sagte Berger. Zudem würden beim Traditions-Spielwarenhaus Sets zum Basteln von Dingen wie Schmuck, Kerzen, Süssigkeiten oder Glitzerkarten gut verkauft. Lego führen auch bei der Migros-Tochter Galaxus die Rangliste der Suchbegriffe auf der Website an und auch bei Coop sind sie laut einer Sprecherin begehrt.

Viele Kinder werden an Heiligabend aber auch Puzzles oder Gesellschaftsspiele aus dem bunten Geschenkpapier herausschälen, wie gleich mehrere Anbieter sagten. Die steigende Nachfrage nach diesen Produkten habe durch Corona noch einen zusätzlichen Schub erhalten, sagte Berger von Franz Carl Weber.

Und es zeigt sich noch einen weiteren aktueller Trend bei den Spielwarenverkäufen: «Wir stellen fest, dass die Nachhaltigkeit immer grösser geschrieben wird», sagte der Geschäftsführer des Warenhauses Loeb in Bern, Ronald Christen.

Süsser die Tasten nie klingen

Am zweitmeisten geben die Schweizer laut der Umfrage diese Weihnachten für Gutscheine oder Geldgeschenke aus. Das Gutschein-Schenken dürfte dabei noch durch die Tatsache befeuert werden, dass die neue Playstation 5, die im November herauskam, schon innert kürzester Zeit ausverkauft war. «Deswegen liegen unter dem diesjährigen Weihnachtsbaum wohl nur wenige PS5-Konsolen für den Sofortgenuss, dafür tausende PS5-Gutscheine», heisst es dazu auf der Webseite von Digitec Galaxus.

Welches Ausmass der Playstation-Hype annimmt, zeigt sich auch auf der Plattform Ricardo: Mehrere Anbieter verkaufen inzwischen leere Schachteln der Spielkonsole, mit denen die Käufer ihre Freunde zu Weihnachten veräppeln können – und die Schachteln werden tatsächlich ersteigert.

Die Playstation stehe bei Digitec «mit grossem Abstand» auf Platz 1 der Suchanfragen. Auch bei Microspot und Interdiscount, die zur Coop Gruppe gehören, liegen Spielkonsolen und Zubehör hoch im Kurs. «Die Nachfrage nach Gaming-Artikeln hat in diesem Jahr stark zugenommen und hat sich zeitweise sogar verdoppelt», sagte eine Sprecherin. Hier dürften die Pandemie und die Empfehlung, zuhause zu bleiben, sicher einiges dazu beigetragen haben.

Jingle Belletristik

Nach Lebensmitteln an vierter Stelle auf der Geschenke-Hitliste kommen Bücher. «Die Woche vor Weihnachten ist im stationären Bereich bei Orell Füssli mit Abstand die umsatzstärkste Woche des ganzen Jahres», sagt denn auch Alfredo Schilirò, Pressesprecher des Buchhändlers. Ohne Sonntagsverkäufe dürften die Umsätze zwar zurückgehen, zumindest ein Teil werde aber auf den Onlineverkauf verlagert.

Mit Blick auf Weihnachten werden laut Schilirò aktuell besonders viele Kinder- und Jugendbücher nachgefragt, aber auch Kochbücher, englischsprachige Bücher und allgemein Belletristik seien beliebt. Der Renner sei auch die Biografie von Barack Obama, die «in Deutsch, in Originalsprache sowie in allen erhältlichen Formaten» nachgefragt werde, sagte Schilirò.

Ein Genre wird allerdings dieses Jahr wegen der Coronapandemie nur unter wenigen Christbäumen zu finden sein. «Zu den Verlierern gehören sicher internationale Reiseführer», so Schilirò. (awp/sda/lol)



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