Der Entscheid des Bier-Riesen aus Kopenhagen trifft Mediaxis und ihren Geschäftsführer Peter Hofstetter mitten ins Herz. Denn macht Carlsberg seine Ankündigung wahr, verliert die Zürcher Agentur auf Ende Jahr hin mit Feldschlösschen einen ihrer wichtigsten Kunden. Im vergangenen Jahr brachte Feldschlösschen der Agentur ein stolzes Mediabudget von 12 Millionen Franken ein.
Doch schwerer noch als der finanzielle Aspekt wiegt für Mediaxis-Geschäftsführer Hofstetter der "emotionale Verlust": Der Mediaprofi betreut seit neun Jahren Feldschlösschen und fühlt sich dem Brand sehr verbunden. Ihn schmerzt die Angelegenheit umso mehr, weil seine Agentur seines Erachtens hervorragende Arbeit geleistet hat und er sich nichts vorzuwerfen hat. Dies bestätigt auch Kim Christensen, Marketingleiter von Feldschlösschen gegenüber "persoenlich.com": "Wir waren mit Mediaxis sehr zufrieden."
Die Zürcher Agentur hatte für Feldschlösschen immer wieder mit ungewohnten Kommunikationsmassnahmen auf sich aufmerksam gemacht. So überbrachte Hofstetter, hoch zu Ross und in der entsprechenden Tracht, der Sahlenweidli-Familie höchst persönlich einen Harass Feldschlösschen-Bier auf den Hof. Vor kurzem wurde Mediaxis überdies in einem Ranking des Media-Trend-Journals als kreativste Media-Agentur der Schweiz auserkoren.
Eine Chance, den schweizweiten Etat zur verteidigen, erhielt Mediaxis nicht. Zur Konkurrenzpräsentation, die Carlsberg vor rund einem halben Jahr ausgeschrieben hatte, wurden die Zürcher nicht eingeladen. Lediglich international agierende Agenturen, die in den meisten europäischen Ländern Agenturen unterhalten, durften teilnehmen. Der Gewinner des Pitch übernimmt die Etats der Media-Agenturen in England, Skandinavien, Polen, Deutschland Italien -- und der Schweiz.
Von der Bündelung der gesamteuropäischen Media-Planung erhofft sich Carlsberg Effizienzgewinne sowie einen strategischen Input, der den Brand Carlsberg insgesamt stärken soll. In den vergangenen 5 Monaten hat der Konzern deshalb die Arbeit der national operierenden Media-Agenturen in allen Ländern überprüft. "Die europaweite Zusammenlegung der Media-Aktivitäten hat für den Unternehmen beträchtliche Vorteile. Eine schweizweit operierende Agentur hat es da sehr schwierig -- auch wenn sie sehr gut ist", so Christensen.
Ganz unerwartet für Mediaxis traf die Botschaft aus dem hohen Norden in Zürich indes nicht ein. "Wir haben gewusst, dass ein Pitch läuft und mussten uns mit der Trennung von Feldschlösschen schon auseinandergesetzen.", sagt Hofstetter gegenüber "persoenlich.com". Bis Ende Jahr hat Mediaxis Zeit, um den Verlust zu verdauen. Dann endet die langjährige Zusammenarbeit mit Feldschlösschen wohl.

