27.05.2019

Crowdfunding

Firmen kriegen eine halbe Milliarde Franken

Das Wachstum zum Vorjahr beträgt teilweise über 50 Prozent. Am meisten Geld bekommen KMU und Jungfirmen.

In der Schweiz boomen das Spenden und Finanzieren im Internet. Nach dem kräftigen Wachstum der vergangenen Jahre, nahm das Volumen im Crowdfunding 2018 erneut stark zu. Weitaus am meisten Geld fliesst aber nicht in Kultur- oder Sportprojekte, sondern in die Vergabe von Krediten etwa an KMU oder in die Finanzierung von Jungfirmen.

Im vergangenen Jahr wurden hierzulande über Crowdfunding-Plattformen insgesamt 516,6 Millionen Franken eingesammelt. Damit ist das Volumen gegenüber 2017 um 38 Prozent angestiegen, wie der am Montag veröffentlichte Crowdfunding Monitor der Hochschule Luzern aufzeigt.

Ein Blick zurück zeigt: Das noch junge Crowdfunding ist ein Wachstumsmarkt und hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2015 flossen beispielsweise lediglich 27,8 Millionen Franken in solche Projekte. Seit der Entstehung dieser Finanzierungsform vor rund zehn Jahren wurden insgesamt knapp 1,1 Milliarden einbezahlt.

Kredite und Finanzierungen

Getragen wird das Wachstum vom Crowdlending und Crowdinvesting. Im letzten Jahr wurden da 261,9 Millionen (+40% zum Vorjahr) beziehungsweise 204,9 Millionen Franken (+52%) generiert. Beim Crowdlending werden Kredite an Firmen oder Private vermittelt und mit Zinsen entschädigt. Das Crowdinvesting bietet die Möglichkeit, in Firmen (Start-ups) oder Immobilien zu investieren und sich am Gewinn zu beteiligen.

Rückläufig haben sich im Berichtsjahr die Spenden für Kampagnen aus dem Kultur- oder Sportbereich entwickelt. Sie gingen um 12 Prozent auf 25,6 Millionen Franken zurück. Dies obwohl die Zahl der Projekte zugenommen hat. Besonders populär sei die Kategorie Sport mit insgesamt 568 Projekten und Geldern von 5,4 Millionen, schrieb die Hochschule Luzern.

Die Autoren der Crowdfunding-Studie gehen davon aus, dass der Crowdfunding-Markt auch im laufenden Jahr im zweistelligen Prozentbereich zulegen wird. Es könne mit einem Volumen zwischen 700 und 900 Millionen Franken gerechnet werden, hiess es.

Schliesslich gehöre die Schweiz im internationalen Vergleich im Crowdfunding zu den wichtigsten Märkten. Pro Kopf haben Schweizerinnen und Schweizer im letzten Jahr 61 Franken über solche Plattformen einbezahlt. Dieser Wert liege deutlich höher als jene der Nachbarländer. (awp/sda/log)



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