10.06.2019

Influencer Marketing

Firmen spüren einflussreiche Mitarbeiter auf

Ein Trend aus den USA: Unternehmen werten Mails und Aktivitäten auf sozialen Netzwerken aus, um so die Beziehungsnetze abzubilden. Interne Influencer könnten beispielsweise eingespannt werden, um andere Mitarbeiter für Projekte zu motivieren.
Influencer Marketing: Firmen spüren einflussreiche Mitarbeiter auf
Eine Analyse von Handy- und anderen Daten deckt auf, wie in den einzelnen Abteilungen einer Firma kommuniziert wird. (Bild: Pixabay)

Der Hype um Influencer erreicht die Arbeitswelt. Unternehmen interessieren sich zunehmend dafür, wer ihre einflussreichsten Mitarbeiter sind. Beziehungsanalyse sei ein neuer Trend, der bei Personalfachleuten derzeit für viel Aufmerksamkeit sorge und aus den USA komme, heisst es in der «SonntagsZeitung».

Das Rohmaterial würden Daten liefern, die aus Mails, Chats, Skype oder anderen Kommunikationskanälen angezapft werden, aber auch aus ganz normalen Mitarbeiterumfragen. Wer diese Datensätze geschickt verknüpfe, könne das Beziehungsnetz einer Abteilung oder einer einzelnen Person abbilden und so herausfinden, wie Informationsflüsse in einer Firma laufen. «Es gibt in Firmen viele stille Influencer, die nicht auf den ersten Blick oder kraft ihrer Funktion sichtbar sind», so Christoph Stadtfeld, Professor für soziale Netzwerke an der ETH Zürich, zur SoZ. «Sie ausfindig zu machen, kann für Unternehmen sehr interessant sein.» Firmen könnten beispielsweise die internen Influencer einspannen, um die übrigen Mitarbeiter auf ein neues Projekt einzuschwören.

Das Beratungsunternehmen Deloitte beobachtet auch in der Schweiz ein gesteigertes Interesse an der Netzwerkanalyse. Das Geschäft sei in den vergangenen Jahren gezielt ausgebaut worden. Laut SoZ habe unter anderem die UBS die sogenannte «Organisational Network Analysis» auf dem Radar. Das Kernproblem ist allerdings der Datenschutz: Die Datenanalyse müsse in einem Reglement festgehalten werden, stellt der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger klar. (cbe)



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20190825

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.