22.11.2022

MGB

Migros erhöht Personalvergütungen

Die Mitarbeitenden erhalten 2023 bis zu 2,8 Prozent höhere Vergütungen. Zudem sollen die Mindestlöhne bis spätestens 2024 erneut um 100 Franken angehoben werden.
MGB: Migros erhöht Personalvergütungen
Migros-Mitarbeitende erhalten im nächsten Jahr höhere Vergütungen. (Bild: Keystone/Michael Buholzer)

Die Migros wird die Vergütung für ihre Mitarbeitenden im Jahr 2023 in einer Bandbreite von 2,0 bis 2,8 Prozent erhöhen. Ein Teil davon kann als einmalige Gratifikation in Form von Warengutscheinen erfolgen. Die Mindest- und Referenzlöhne werden bis spätestens 2024 erneut um 100 Franken angehoben. Damit unterstütze die Migros «die am stärksten von der Inflation betroffenen Mitarbeitenden gezielt», wie es in einer Mitteilung heisst. Je nach Unternehmen würden Mitarbeitende zudem von weiteren Zusatzleistungen profitieren wie Beiträgen an private Mobiltelefonie, einer Entlastung bei den Krankentaggeldprämien oder einem freien Tag am Geburtstag.

Die Mehrheit der Migros-Unternehmen erhöht ihre Mindest- und Referenzlöhne bis 2024. Das bedeutet laut Mitteilung konkret: Mindestlohn für Funktionen ohne vorausgesetzte Berufslehre: 4200 Franken; Referenzlohn für Funktionen, die eine zweijährige Berufslehre voraussetzen: 4300 Franken; Referenzlohn für Funktionen, die eine dreijährige Berufslehre voraussetzen: 4400 Franken; Referenzlohn für Funktionen, die eine vierjährige Berufslehre voraussetzen: 4600 Franken. 

Zusammenarbeit mit Sozialpartnern 

«Dieses Jahr war die Ausgangslage für die Lohnrunde besonders anspruchsvoll. Ich bedanke mich bei allen Partnern für die sehr gute Zusammenarbeit und den stets konstruktiven Dialog», lässt sich Sarah Kreienbühl, Mitglied der Generaldirektion beim Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), zitieren. Sie fügt an: «Es war uns ein grosses Anliegen, mit der Anhebung der Mindestlöhne Mitarbeitende in diesen Lohnsegmenten besonders zu berücksichtigen.»

Das Verhandlungsergebnis gilt für Mitarbeitende, die dem Landes-Gesamtarbeitsvertrag der Migros (L-GAV) unterstellt sind. Die Migros-Unternehmen würden ihre Lohnerhöhung jeweils individuell innerhalb einer nationalen, mit den internen und externen Sozialpartnern vereinbarten Bandbreite gestalten. Die unternehmensspezifische Ausgestaltung werde jeweils mit der lokalen Personalkommission abgestimmt.  

Sowohl die Migros-Landeskommission als interner Sozialpartner wie auch der Metzgereipersonal-Verband als externer Sozialpartner hätten die Abschlussvereinbarung unterzeichnet, wie es weiter heisst. Der Kaufmännische Verband Schweiz als weiterer externer Sozialpartner begrüsse insbesondere die Anhebung der Mindest- und Referenzlöhne. 

Neuer Landes-Gesamtarbeitsvertrag ab 2023 

Dass der Migros die unterschiedlichen Anliegen ihrer Mitarbeitenden wichtig seien, zeige sich auch im neuen Landes-Gesamtarbeitsvertrag. Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben werde mit verschiedenen Arbeits- und Ferienmodellen zusätzlich gefördert. Erstmals ermögliche die Migros laut eigenen Angaben auch eine flexiblere Elternzeit – wahlweise auch für den Elternteil, der nicht bei der Migros angestellt ist. Familien mit tiefem Einkommen würden ab dem 1. Januar 2023 zudem überobligatorische Kinderzulagen erhalten. Weiter würden die Mitarbeitenden der Migros von attraktiveren Angeboten profitieren. Nebst dem Ausbau von Vergünstigungen würden alle Mitarbeitenden ab 2023 einen jährlichen Beitrag von mindestens 800 Franken für Angebote in den Bereichen Klubschule, Fitness und Freizeit erhalten.

Die Migros verfügt laut eigenen Angaben «als einziges Schweizer Privatunternehmen über 20 verschiedene Berufsfelder in über neun Branchen». Dies ermögliche den Mitarbeitenden breite Entwicklungschancen. Zudem setze die Migros seit Jahrzehnten «erfolgreich auf die Stärken der Berufsbildung, um gezielt eigene Fachkräfte auszubilden». Mit der Erhöhung der Referenzlöhne für gelerntes Personal schaffe sie einen zusätzlichen Anreiz für die Berufslehre. Mit 3600 Lernenden in rund 70 Lehrberufen sei die Migros «die grösste private Ausbildnerin der Schweiz». (pd/tim)



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