09.01.2023

Evoq

Multiplikator gewinnt Prix Carte de Noël

Die Agentur aus Basel hat sich den Preis für die beste und auffälligste Festtagskommunikation 2022 gesichert.

Ist es Ihnen dieses Jahr zumindest gefühlt auch so ergangen, dass sich erst kurz vor Weihnachten der Briefkasten und die Mailbox so langsam mit weihnächtlichen Grüssen gefüllt hat? Die Evoq-Jury des Prix Carte de Noël hat sich laut einer Mitteilung schon gefragt, ob es sich überhaupt lohnt, den jährlichen Preis für die beste und auffälligste Festtagskommunikation zu vergeben. Schliesslich seien doch noch genügend Einsendungen eingetroffen, um eine Jurierung vorzunehmen. Trotzdem bleibe der Eindruck bestehen, dass Festtagskommunikation in Form von Weihnachts- und Neujahrspost im geschäftlichen Umfeld zum Aus- laufmodell mutiere.

Gewinnerin des Prix Carte de Noël 2022 ist die Agentur Multiplikator aus Basel, die vergangenes Jahr eine Karte verschickte, die digital aufgewertet werden kann. Scannt man den QR-Code auf der Rückseite ein, lädt das Smartphone das Video eines knisternden Cheminée-Feuers. Das Handy kann man dann in den dafür vorgesehenen Schlitz schieben und das Feuer bis zum Kollaps der Batterie brutzeln lassen. «Der beruhigende Blick auf dem Schreibtisch in die feuerliche Endlosschlaufe hat die Jury überzeugt», wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Rund 50 Prozent der eingesendeten Karten verwenden die jahreszeitlich typischen Insignien wie Weihnachtsbäume, Kerzen, Sterne oder Tannzapfen. Im Trend und auffallend häufig wurden Motive mit tiefverschneiten Bergpanoramen versendet. Die Sehnsucht nach Schnee in diesem warmen Winter habe die Macherinnen und Macher der Karten wohl beflügelt.

Als Gimmick-Beilagen in den Versänden mit «Mehrwert» dienen einmal mehr die obligate Schokolade, aber auch Holztiere oder Eiskratzer. Aufgefallen ist der Versand eines Verbandes, der mit einer ganzen Batterie an Kerzen den drohenden Energienotstand thematisiert und damit sicherstellen wollte, dass Weihnachten nicht im Dunkeln stattfindet.

Bei den digitalen Grusskarten ist laut Mitteilung wenig Überraschendes zu berichten: «In unserer Mailbox sind die Festtagsgrüsse häufig als Teil eines Newsletters oder einer profanen Werbung eingetroffen. Ferner findet man Links auf mehr oder weniger professionelle Videos und Online-Games.»

Der Jahrgang 2022 – so lasse sich resümieren – seien trockene Guetzli im Vergleich zu früheren Jahren. Das betreffe nicht nur die Qualität der Kommunikation, sondern auch die schiere Menge an Versänden. Das sei gleichzeitig auch eine positive Nachricht – denn: «Bei wenig Konkurrenz fällt gute Kommunikation auch mehr auf.» (pd/tim)


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