Der Singles Day ist das chinesische Gegenstück zum Black Friday und hat eine immense Bedeutung im Reich der Mitte. 2009 von der E-Commerce-Plattform Alibaba ins Leben gerufen, hat sich der Singles Day zum grössten Online-Shopping-Festival der Welt entwickelt. Er findet immer am 11. November statt. Während der Tag bei Schweizer Onlinehändlern in diesem Jahr weiter an Relevanz verliert, setzen chinesische Anbieter weitehin voll darauf.
Immer mehr Umsatz verlagert sich zu ausländischen Shops
Gemäss den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage des Instituts Demoscope im Auftrag von blackfridaydeals.ch kauft rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung während der grossen Shopping-Events ausschliesslich bei Schweizer Anbietern ein. Insgesamt bevorzugt eine deutliche Mehrheit heimische Händler. Nur gerade 6 Prozent der Befragten haben eine klare Präferenz für ausländische Anbieter.
Trotz dieser Kundenpräferenz für inländische Shops ziehen sich immer mehr Schweizer Händler vom Singles Day zurück. Sie verzichten damit auf potenzielle Zusatzumsätze, während chinesische Anbieter gleichzeitig weiter Marktanteile gewinnen und damit Umsätze statt in der Schweiz im Ausland realisiert
werden.
Ein weiteres, besonders deutliches Signal dieser Entwicklung: Der chinesische E-Commerce-Riese JD.com steht kurz vor der Übernahme der MediaMarkt-Muttergesellschaft Ceconomy. Dies ermöglicht ihm den Zugang zu physischen Verkaufsstandorten in der Schweiz und Europa. Für den Singles Day 2025 bei MediaMarkt bleibt der Einfluss dieser Entwicklung jedoch noch aus.
Schweizer Umsatz wächst wegen AliExpress, Temu und Shein
Der Schweizer Onlinehandel dürfte am diesjährigen Singles Day rund 70 Millionen Franken umsetzen. Dies entspricht einem Wachstum von etwa 5 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr. Der Grund für dieses Plus liegt primär in der immer noch wachsenden Präsenz chinesischer Plattformen wie AliExpress, Temu oder Shein, die das Event mit aggressiven Preisen, Rabattaktionen und aufwändigen Marketingkampagnen begleiten. Vielfach geht die Beliebtheit dieser drei Händler in der Schweiz vergessen: AliExpress, Temu und Shein gehören hierzulande bereits zu den 15 umsatzstärksten Onlineshops.
Ein Treiber der Entwicklung der immer günstiger werdenden Produkte bei den chinesischen Plattformen ist die schwache Konsumentenstimmung in China selbst sowie der anhaltende Handelskonflikt zwischen China und den USA. Beides zwingt chinesische Anbieter dazu, Produkte vermehrt nach Europa zu bringen. «Der Zollkrieg erhöht den Preisdruck und könnte dieses Jahr zu noch günstigeren Preisen und besseren Angeboten am Singles Day führen, was gut für Konsumenten ist. Langfristig stellt diese Entwicklung aber eine Gefahr für den Schweizer Handel dar», schreibt Detailhandelsexperte Julian Zrotz von blackfridaydeals.ch in einem Medientext.
Mit diesen Aktionen können Kundinnen und Kunden rechnen
In China wird das Schnäppchenevent von Livestreams, Konzerten und unzähligen Aktionen auf eine Vielzahl von Produkten begleitet. In der Schweiz ist der Singles Day nicht gleichermassen etabliert. Die Teilnahme hiesiger Händler ist rückläufig. Wer dennoch mitmacht, bietet meist symbolische Rabatte von 11 (oder 22) Prozent auf Teile des Sortiments an. Eine Anspielung auf den 11.11., das Datum des Events. Einzige Ausnahme: Im Telekom-Bereich ist bereits zum Singles Day mit starken Angeboten zu rechnen. So gab es in den Vorjahren beispielsweise alles unlimitiert in der Schweiz für 11 Franken. (pd/nil)


