Seit März 2026 lässt das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) das Kreuz auch auf ausländischen Erzeugnissen zu (persoenlich.com berichtete). Bedingung ist ein Zusatz wie «Swiss Engineering» oder «Swiss Research». Gemäss der Umfrage verstehen 27 Prozent der Befragten diesen Hinweis so, wie er gemeint ist: Das Produkt wurde im Ausland gefertigt, nur bestimmte Leistungen stammen aus der Schweiz. 34 Prozent würden annehmen, dass zumindest ein Teil in der Schweiz hergestellt wurde, 12,5 Prozent sogar eine vollständige Herstellung im Inland. Für 20 Prozent bliebe unklar, wo das Produkt hergestellt wurde.
Die Lockerung selbst lehnen 67 Prozent der Befragten ab. 92 Prozent unterstützen die Forderung aus dem Parlament, das Kreuz nur auf Produkten zuzulassen, die tatsächlich in der Schweiz hergestellt werden. Von der Praxisänderung gehört haben 68 Prozent, ausführlich verfolgt haben sie 22 Prozent.
Als wertsteigernd empfinden 87 Prozent eine Herstellung in der Schweiz und 80 Prozent das Schweizerkreuz auf einem Produkt. 72 Prozent geben an, für ein vollständig in der Schweiz hergestelltes Produkt einen Aufpreis bezahlen zu wollen. «Für die Schweizer Bevölkerung ist das Kreuz weit mehr als ein Marketingzeichen. In den Köpfen der Konsumentinnen und Konsumenten ist es sehr eng mit tatsächlicher Wertschöpfung in der Schweiz verbunden», lässt sich Marketagent-Gründer Thomas Schwabl in der Mitteilung zitieren.
Wie die Befragten zur Lockerung stehen, hängt auch vom Preis ab. Würde eine Produktion im Ausland zu günstigeren Preisen führen, wären 49 Prozent eher bereit, die Lockerung zu akzeptieren. In der Generation Z sind es 61 Prozent, bei den Babyboomern 35 Prozent. 57 Prozent glauben allerdings nicht, dass die Einsparungen an die Kundschaft weitergegeben würden.
Politisch ist die Frage offen. Der Ständerat hat Ende September mit 32 zu 5 Stimmen eine Motion von Fabio Regazzi (Mitte/TI) angenommen, die das Kreuz wieder an eine Produktion im Inland binden will. Nun entscheidet der Nationalrat, wo ein gleichlautender Vorstoss von Daniela Schneeberger (FDP/BL) hängig ist. Der Bundesrat lehnt beide Motionen ab und hat das IGE beauftragt, die Swissness-Bestimmungen zu evaluieren. Zudem fordert der Schweizerische Gewerbeverband seit August mit einer Petition, die Praxisänderung rückgängig zu machen.
Für die Eigenstudie hat Marketagent zwischen dem 26. August und dem 2. September 1000 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren in der Deutsch- und der Westschweiz online befragt. (pd/cbe)