04.04.2019

GfM Trend-Tagung

«Transformation in einem Wisch ist gefährlich»

Neue technische Möglichkeiten erfordern ein Umdenken. Kunden sind heute gegenüber Marken viel kritischer. Wie reagieren Firmen wie Swisscom, Credit Suisse und Zattoo oder eine Agentur wie Wirz auf neue Herausforderungen? persoenlich.com hat sich umgehört.
GfM Trend-Tagung: «Transformation in einem Wisch ist gefährlich»
persoenlich.com war an der GfM Trend-Tagung mit Mikrofon und Kamera unterwegs, hier im Gespräch mit Achill Prakash, Leiter Marketing- und Markenkommunikation Swisscom. (Bilder: Adrian Bitzi)
von Redaktion persoenlich.com

Die heutigen technischen Möglichkeiten lassen vieles möglich erscheinen, was bisher unmöglich war. «Wer sie schneller adaptiert und nutzt, hat die Nase vorn», sagte Dominique von Matt, Präsident der Gesellschaft für Marketing (GfM), gleich zu Beginn der Trend-Tagung im Hotel Dolder Grand über Zürich. Ein ganz zentraler Paradigmenwechsel seien die Machtverhältnisse zwischen Konsumenten und Unternehmen. «Der Konsument ist informiert wie noch nie», so von Matt am Mittwoch. «Wir müssen uns dem Verhalten des Kunden anpassen. Die Zeiten, in denen starke Marken ihre Kommunikation und ihr Vermarktungskonzept den Kunden aufzwingen konnten, sind definitiv vorbei.»

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Das Thema E-Sports sei momentan ein grosses Thema für die Marketingbranche. Auch Voice oder Künstliche Intelligenz seien wichtige Buzzwords, sagte GfM-Geschäftsführer Jean-Marc Grand im persoenlich.com-Videointerview:


Ein Paradigmenwechsel sei nicht nur technologisch, sondern vor allem auch organisatorisch und kulturell. «Wir müssen eine Kultur bauen, die eine endlose Energie entwickeln kann, um den Paradigmenwechsel und die Transformation vorantreiben zu können. Dafür muss eine Organisation gebaut werden, die das kann», so Achill Prakash, Leiter Marketing- und Markenkommunikation Swisscom. «Wenn man die Illusion hat, dass Transformation in einem Wisch gemacht werden muss und man von einem Tag auf den anderen alles umstellen will, dann braucht man Mut. Das ist aber auch brandgefährlich.»


Der Kunde habe sich nicht gross verändert in den letzten Jahren, so die Meinung von Roman Reichelt, Leiter Marketing & Sponsorship der Credit Suisse (Schweiz). «Was sich momentan verändert, ist, dass auch die Finanzindustrie versteht, dass sie auch eine Consumer-Product-Industrie ist.» Auch die Credit Suisse produziere für die Kunden die besten Erlebnisse. Welches die grössten Herausforderungen dabei sind, sagt Reichelt im Videointerview:


Bereits 2009 mit einem grossen Paradigmenwechsel konfrontiert war die Streaming-Plattform Zattoo, als auf dem iPhone Apps installiert werden konnten. «Wir wollten diesen Moment packen, hatten aber weder Ressourcen noch Geld», so Gründerin und Verwaltungsrätin Bea Knecht. Trotzdem sei der Paradigmenwechsel irgendwie gelungen. Zu den bevorstehenden Herausforderungen sagt Knecht: «Das macht mir Sorgen.» Trotzdem prophezeit sie «noch einige Jahre Wachstum für uns».


«Wir dürfen unsere Stärke nicht verlieren – und das ist die Markenführung. Ich glaube, dass die Marke wichtiger wird denn je», sagte Livio Dainese, Co-CEO bei Wirz. Ein grosses Thema sei auch die Vielfalt der verschiedenen Kommunikationskanäle. «Wir sind momentan daran, unsere ganze Angebotsstrategie zu überarbeiten», so der «Werber des Jahres 2018».


Die GfM Trend-Tagung fand zum 29. Mal statt. Die 30. Ausgabe wird am 31. März 2020 durchgeführt.


Videos/Schnitt/Text: Michèle Widmer und Christian Beck



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