23 Monate nach der Abnabelung der Sporthilfe Schweiz AG von der Sportfhilfe-Stiftung geht die Strukturbereinigung in den Dachorganisationen des Schweizer Sports weiter. Die AG wird in swiss-sport.ch marketing ag umbenannt.
Swiss-Sport Marketing wird künftig die Marketing-Aktivitäten der Sporthilfe, aber auch von Swiss Olympic und des Bundesamts für Sport (BASPO) in Magglingen koordinieren und durchführen. Dies wurde am Montag an einem Mediengespräch der Sporthilfe in Bern bekannt gegeben. Dies sind die wesentlichen, ab sofort greifenden Neuerungen:
- Die 1970 gegründete Stiftung Schweizer Sporthilfe unterstützt nicht mehr die "fertigen" Spitzenathletinnen und -athleten, sondern beschränkt sich auf ihre ursprüngliche Aufgabe, die Förderung des (leistungsorientierten) Nachwuchssports. Hiefür generiert die swiss-sport.ch marketing ag die Mittel aus den klassischen Sporthilfe-Ressourcen wie Gönnerbeiträgen, SuperTOTO oder Benefizveranstaltungen (Super-Zehnkampf, Sporthilfe-Golfmasters).
- Das Geld aus der Olympia-Vermarktungen (mit "Leading Partners" aus der Wirtschaft, früher "Swiss Olympic Top") fliesst direkt zu Swiss Olympic und von dort zu den Elitesportlern beziehungsweise den in Olympia-Projekte involvierten Sportverbänden.
- Für das BASPO versucht Swiss-Sport Marketing jene Bereiche zu vermarkten, die über den mit jährlich 130 Millionen an Steuergeldern finanzierten gesetzlichen Auftrag hinausgehen. Dazu gehören laut BASPO-Direktor Heinz Keller beispielsweise die Aktion "Allez hop!" oder die Forschung in der Doping-Prävention.
Der Gewinn, den die Marketing AG als weiterhin hundertprozentige Tochter der Sporthilfe erzielt, kommt in vollem Umfang dem Schweizer Sport zugut, weil die Marketing-Aktivitäten von einem hauseigenen Unternehmen und nicht von fremden Agenturen durchgeführt werden. "Die Mittel bleiben dem Sport erhalten", betonte Swiss-Olympic-Direktor Marco Blatter.
Sporthilfe-Direktor Bruno Barth hob den Vorteil des klar geregelten Geldflusses an einem plausiblen Beispiel hervor. Bis anhin konnte der Sponsoring-Verantwortliche eines Schweizer Unternehmens in einer kurzen Zeitspanne von den unterschiedlichsten Leuten für die unterschiedlichsten Projekte im Schweizer Sport angegangen werden. Die Koordination durch die Marketing AG sollten solcherlei für die Kunden bisweilen ärgerlichen Doppel- und Mehrspurigkeiten ausschliessen. Die Marketing AG kann den potentiellen Sponsoren individuelle, den Bedürfnissen des Unternehmens angepasste Sponsporing-Pakete anbieten. Für die Kunden wird der Einsatz der Mittel transparent.
Zu den Aufgaben von Swiss-Sport Marketing gehört auch die Athletenbetreuung. Im Fall von Simon Ammann, der mit seinem Doppel-Olympiasieg praktisch über Nacht zum vermarktbaren Superstar aufstieg, ist die Marketing AG in der Person von Hanspeter Gubelmann ein Bindeglied zwischen dem Verband Swiss-Ski und Ammanns persönlichem Vermarkter WWP.

