24.04.2019

Manor

Verkaufsfläche mit Onlineshop kombiniert

Die Warenhauskette reagiert auf die wachsende Konkurrenz von Onlineshops mit einem neuen Ladenkonzept.
Manor: Verkaufsfläche mit Onlineshop kombiniert
Das Logo des Detailhändlers Manor an einem Geschäft in Basel. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Das neue Warenhaus, das Manor am Donnerstag in Bern eröffnet, wird für den Basler Warenhauskonzern «in gewisser Art zum Testladen». Das sagte Manor-Chef Jérôme Gilg am Mittwoch mit Blick auf die zunehmende Konkurrenz von Online-Shops an einem Mediengespräch.

Im neuen Warenhaus an der Marktgasse werde Manor nämlich eine konventionelle Verkaufsfläche mit dem Onlineshop kombinieren, sagte Gilg weiter. Dies dadurch, dass Verkäuferinnen und Verkäufer bei Bedarf Tablet-Computer hervorholen und die Kundschaft auf Artikel hinweisen, die Manor im Internetshop anbietet, aber nicht vor Ort.

Geht ein Kauf im Manor-Online-Shop auf eine Beratung im Berner Laden zurück, wird der Umsatz dem Berner Warenhaus zugeschrieben. Auch werden in Bern überall sogenannte QR-Codes vorhanden sein, also digitale Markierungen, welche Besitzer von Smartphones scannen können. Danach erscheint der Artikel des Onlineshops sofort auf dem Display des mobilen Telefons.

Mit 4700 Quadratmetern sei das Berner Warenhaus im Vergleich zu den anderen 60 Warenhäusern der Manor-Gruppe klein, aber genau deshalb für Manor interessant, so Gilg weiter. «So können wir uns einmal in einem kleinen Format präsentieren».

Angesichts der Konkurrenz von Online-Shops seien Anpassungen der Warenhäuser nötig. Gilg bezeichnete deshalb die Eröffnung des Berner Warenhauses als «wichtigen Schritt». Weil sich Manor beschränken muss, werden in Bern keine Papeterie- und keine Sportartikel angeboten.

Finanzielle Durststrecke möglich

In fünf Monaten hat Manor mit Hilfe der Hausbesitzerin, einer Berner Zunft, das Haus umgebaut – oder «neu gebaut», wie Regionaldirektor Flavio Milani sagte. Einen «schönen zweistelligen Millionenbetrag» investierten Manor und die Zunft, so Gilg. Manor bietet auf fünf Etagen ein Non-Food-Angebot sowie ein Restaurant mit Dachterrasse und Blick aufs Bundeshaus. Dieses Restaurant sei sicher ein «Highlight», sagte Gilg, und werde zusätzliche Laufkundschaft einbringen.

Manor erwartet nicht, dass der Berner Standort schon im ersten Jahr rentabel ist. Bei solchen Warenhäusern brauche es drei bis vier Jahre, bis sie schwarze Zahlen schrieben, so Gilg.

2000 Bewerbungen für 85 Jobs

Gilg lobte am Mediengespräch inmitten herumeilender Handwerker die «fantastische Zusammenarbeit» mit den Stadtberner Behörden. Warenhausdirektorin Kathrin von Arx sagte, für die 85 Stellen im Warenhaus hätten sich über 2000 Personen beworben.

Das neue Warenhaus befindet sich dort, wo früher die italienische Modekette OVS einen Laden hatte. OVS ersetzte ihrerseits Charles Vögele. Gut dreissig Jahre lang suchte Manor laut Milani nach einem geeigneten Standort für ein Warenhaus in der Stadt Bern. (sda/wid)



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