24.03.2020

Nielsen-Studie

Was die Schweizer in der Krise kaufen

In der Kalenderwoche 9, nach dem ersten Corona-Fall in der Schweiz, begannen die Kunden, sich einzudecken. Die Nachfrage nach Desinfektionsmittel stieg um 615 Prozent, wie eine Analyse des globalen Datenanalyse-Unternehmens Nielsen zeigt.

Nielsen identifiziert in der Studie «Global Connect» sechs Phasen des Konsumentenverhaltens, die in direktem Zusammenhang stehen mit Schlüsselereignissen rund um den Ausbruch des neuartigen Coronavirus stehen. 

«Es zeichnet sich hier ein Muster ab, dass sich in mehreren Ländern weltweit widerspiegelt. Konkret lässt sich eine Korrelation von einerseits Covid-19-Medienberichten und Massnahmen der Regierungen zur Eindämmung der Pandemie mit verändertem Einkaufsverhalten für zahlreiche Produktgruppen wie Hygiene- und Gesundheitsprodukte, Pflegeprodukte sowie haltbare Lebensmittel andererseits beobachten», schreibt Nielsen. Die Phasen seien an Schlüsselereignisse im Verlauf der Pandemie im jeweiligen Land geknüpft.

Sechs Phasen eruiert

Die folgende Grafik zeigt eine Übersicht der sechs Phasen und was sie für den Lebensmittel- & Drogeriefachhandel bedeuten.

 

Bildschirmfoto 2020-03-24 um 11.06.48 

 

Anhand untenstehender Grafik lässt sich ableiten, dass die Schweizer Konsumenten ähnlich wie in den anderen Ländern reagieren. Noch bevor die ersten Fälle am 25. Februar auftraten, begannen sich Herr und Frau Schweizer mit den für sie wichtigen Konsumgütern zu versorgen.

 

Bildschirmfoto 2020-03-24 um 11.07.07

 

 

Ein erhöhter Verkauf von Händedesinfektionsmittel war der erste Hinweis auf eine Verhaltensänderung. Darauf folgt eine Spirale vorsorglicher Einkäufe.

 

 Bildschirmfoto 2020-03-24 um 11.07.28

 

Bei den Vorratsartikeln, die die Verbraucher in Notfällen (insbesondere Toilettenpapier, Mehl, Reis, Konserven etc.) häufig auffüllen, stellte Nielsen ab Kalenderwoche 9 einen starken Anstieg des Kaufverhaltens fest.

Brotaufstrich weniger wichtig

Bei den Food Warengruppen zeichnet sich in den Kalenderwochen 6 bis 9 vor allem bei lagerungsfähigen Lebensmitteln ein starkes Plus ab. Darunter fallen Mehl, Teigwaren, Reis sowie Kartoffelstock und Konserven. Aber auch Produkte wie Salz, Öl, Mineralwasser und Saucen, verzeichnen eine positive Entwicklung, allerdings weniger als die Grundnahrungsmittel.

Warengruppen wie Tiefkühlprodukte, Brotaufstrich gesüsst und Käse verzeichnen im Vergleich zu den genannten Kategorien eine geringere Wachstumsrate. «Diese werden von den Konsumenten offenbar eher als ergänzend denn als lebensnotwendig angesehen», so Nielsen.

 

Ähnliche Entwicklungen sind im Bereich Near Food erkennbar. In den Kalenderwochen 6 bis 9 folgten wurden Vorräte von wichtigen Gütern des täglichen Bedarfs gekauft. Desinfektionsmittel zeigt bereits seit Januar ein überproportionales Wachstum:

Bildschirmfoto 2020-03-24 um 11.08.04

Andere Artikel wie Toilettenpapier, Windeln, Batterien und Tiernahrung ziehen insbesondere in den letzten Wochen stark an. (pd/eh)



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20200401

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.