Als TeleZüri eine Talkrunde über schulische Inklusion organisierte, schlug der Behindertenverband Inclusion Handicap SP-Nationalrat Islam Alijaj als Gast vor, wie der Tages-Anzeiger berichtete. Alijaj lebt selbst mit Cerebralparese und ist bildungspolitisch aktiv – aus Sicht von Inclusion Handicap die ideale Auskunftsperson.
Doch daraus wurde nichts. Laut Inclusion Handicap argumentierte TeleZüri damit, dass die Übersetzung durch eine Sprachassistenz die Antworten in die Länge ziehen und damit den Fluss der Sendung hemmen würde. Stattdessen erschien am 18. März Matyas Sagi-Kiss, Präsident von Pro Infirmis Zürich, im Studio – ebenfalls mit Cerebralparese, aber ohne Sprechbehinderung.
Inclusion Handicap wertet den Entscheid als Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot in der Bundesverfassung und im Behindertengleichstellungsgesetz. Alijaj schreibt dem Tages-Anzeiger, es sei «bezeichnend», dass ausgerechnet in einer Sendung über Diskriminierung ein Experte wegen seiner Behinderung ausgeschlossen werde.
Oliver Steffen, TV-Chefredaktor von CH Media und Moderator des Talks, erklärte dem Tagi, der Sender habe verschiedene Organisationen angefragt. Von Sagi-Kiss habe man zuerst eine Zusage erhalten, weshalb man sich für ihn entschieden habe. Die Redaktion habe abgewogen, wer seine Positionen in der rund 24-minütigen Sendung am wirkungsvollsten darlegen könne – solche Abwägungen seien üblich. Hätte Sagi-Kiss abgesagt, wäre Alijaj die Wahl gewesen. (cbe)

