Am 13. Februar 2022 soll das Volk über das Mediengesetz befinden, nachdem das Referendum eingereicht wurde (persoenlich.com berichtete). Es sei gut, dass nun die Diskussion beginne, aber es «halten sich derzeit drei hartnäckige Missverständnisse, beruhend auf verkürzten Behauptungen, die es aufzuklären gilt», schreibt Andrea Masüger in einem Gastkommentar in der Neuen Zürcher Zeitung vom Freitag.
Eine der Behauptungen sei, dass Medien durch die Subventionen ungerecht bevorzugt würden. «Richtig ist, dass Bundesrat und Parlament den Medien eine besondere Stellung im Staat einräumen», schreibt Masüger, Präsidiumsmitglied des Verlegerverbandes Schweizer Medien (VSM). «Sie berichten über die tägliche Politik, informieren die Bürger und sind damit wichtig für die Demokratie.» Gleichzeitig seien Medien von Marktverzerrungen umgeben, die sie bedrohen würden.
Auch sei falsch, das Geld fliesse an reiche Grossverlage, die damit ihre Gewinne maximieren würden. «Richtig ist, dass der grösste Teil der Gelder an die am meisten unter Druck stehenden kleinen Regional- und Lokalblätter geht», so Masüger. «Gerechterweise erhalten auch grosse Verlage wie Tamedia, CH-Media, Ringier oder die NZZ Gelder, aber verhältnismässig viel weniger als kleine Titel.» Auch die dritte Behauptung, dass Fördergelder zu unkritischen Staatsmedien führen würden, sei falsch. «Richtig ist, dass diese Gelder an keinerlei Bedingungen geknüpft sind», schreibt Masüger weiter.
«Eine Neid-Debatte, welche auf die angeblich schwerreichen Grossverleger zielt (…), führt am Ziel vorbei und gereicht schliesslich nur den kleineren Verlagen zum Nachteil», so der ehemalige Chefredaktor und CEO der Südostschweiz. Es brauche keine «Zürich-Debatte», sondern eine Diskussion, «die der breitgefächerten Zeitungs- und Online-Landschaft in den vielen übrigen Regionen des Landes gerecht wird». (cbe)
KOMMENTARE
17.10.2021 11:18 Uhr
16.10.2021 07:59 Uhr

