17.10.2021

Medienförderung

Andrea Masüger schreibt von «Neid-Debatte»

In der Diskussion um die Förder-Massnahmen gebe es «drei hartnäckige Missverständnisse», so Masüger in der NZZ.
Medienförderung: Andrea Masüger schreibt von «Neid-Debatte»
«Eine positive Haltung zu diesem fein austarierten Medienpaket ist auch für den nationalen Zusammenhalt wichtig», so Andrea Masüger in der NZZ. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Am 13. Februar 2022 soll das Volk über das Mediengesetz befinden, nachdem das Referendum eingereicht wurde (persoenlich.com berichtete). Es sei gut, dass nun die Diskussion beginne, aber es «halten sich derzeit drei hartnäckige Missverständnisse, beruhend auf verkürzten Behauptungen, die es aufzuklären gilt», schreibt Andrea Masüger in einem Gastkommentar in der Neuen Zürcher Zeitung vom Freitag.

Eine der Behauptungen sei, dass Medien durch die Subventionen ungerecht bevorzugt würden. «Richtig ist, dass Bundesrat und Parlament den Medien eine besondere Stellung im Staat einräumen», schreibt Masüger, Präsidiumsmitglied des Verlegerverbandes Schweizer Medien (VSM). «Sie berichten über die tägliche Politik, informieren die Bürger und sind damit wichtig für die Demokratie.» Gleichzeitig seien Medien von Marktverzerrungen umgeben, die sie bedrohen würden.

Auch sei falsch, das Geld fliesse an reiche Grossverlage, die damit ihre Gewinne maximieren würden. «Richtig ist, dass der grösste Teil der Gelder an die am meisten unter Druck stehenden kleinen Regional- und Lokalblätter geht», so Masüger. «Gerechterweise erhalten auch grosse Verlage wie Tamedia, CH-Media, Ringier oder die NZZ Gelder, aber verhältnismässig viel weniger als kleine Titel.» Auch die dritte Behauptung, dass Fördergelder zu unkritischen Staatsmedien führen würden, sei falsch. «Richtig ist, dass diese Gelder an keinerlei Bedingungen geknüpft sind», schreibt Masüger weiter.

«Eine Neid-Debatte, welche auf die angeblich schwerreichen Grossverleger zielt (…), führt am Ziel vorbei und gereicht schliesslich nur den kleineren Verlagen zum Nachteil», so der ehemalige Chefredaktor und CEO der Südostschweiz. Es brauche keine «Zürich-Debatte», sondern eine Diskussion, «die der breitgefächerten Zeitungs- und Online-Landschaft in den vielen übrigen Regionen des Landes gerecht wird». (cbe)



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Kommentare

  • Rudolf Penzinger, 17.10.2021 11:18 Uhr
    Neid, Herr Masüger? Ein Beispiel: Der Zürcher Familienclan Coninx verfügt laut einer Schätzung des Magazins «Bilanz» über ein Vermögen von etwa 1,25 Milliarden Franken (Stand 2019). 26 Familien­mitglieder leben von den Gewinnen der TX Group, wie die Tamedia seit Januar 2020 heisst. Die Familie Coninx streicht seit 20 Jahren alljährlich im Schnitt 39 Millionen Franken an Dividenden ein. Gespart wird derweil in den Redaktionen und durch Zusammenlegung der Blätter. Und da braucht es noch staatliche Presseförderung?
  • Victor Brunner, 16.10.2021 07:59 Uhr
    Zu den Argumenten von Andrea Masüger: Die besondere Stellung der Medien ist nicht mehr gegeben. Wenige Medienhäuser bestimmen was die BürgerInnen lesen dürfen. Wenn Unternehmen Marktentwicklungen verschlafen ist das ihre Sache, mit Steuergelder den Schlaf zu finanzieren ist absurd! Grossverlage die in den vergangenen Jahren, Ausnahme 2020, haben immer satte Gewinne gemacht. Diese dazu verwendet die Medienvielfalt in der Schweiz einzudampfen, bestes Beispiel: TAmedia, Mittellanddominanz von Zürich aus. Ein demokratischer Staat verträgt keine Medien die von Steuergelder ausgehalten werden. Einflussnahme verlangt Gegenleistung, siehe Österreich. Es gibt keine Neiddebatte, es gibt eine Debatte um Freiheit und Unabhängigkeit der Medien. Diese will Masüger mit dem Begriff "Neiddebatte" verhindern. Auch der Schweizerische Bauernverband rechtfertigt den Griff in den Steuertopf immer mit der "besonderen Stellung".
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