Anuschka Roshani im «Literaturclub» zu Gast

SRF - Die Autorin spricht in der Sendung mit der Kritikerrunde über verschiedene Bücher – aber nicht über ihre Vorwürfe gegen den ehemaligen Magazin-Chefredaktor Finn Canonica. Roshani sei schon vor der Publikation des Spiegel-Artikels eingeladen worden, so SRF.

von Michèle Widmer

Einen Monat nachdem die ehemalige Magazin-Reporterin Anuschka Roshani in einem Beitrag im Spiegel schwere Mobbing- und Sexismusvorwürfe gegen den früheren Magazin-Chefredaktor Finn Canonica erhoben hat, ist die Autorin und Journalistin am Dienstagabend im Schweizer Fernsehen aufgetreten.

Allerdings fand ihr öffentlicher Auftritt in einem anderen Kontext statt: Sie war zu Gast im «Literaturclub» auf SRF 1, wo sie mit der Kritikerrunde Milo Rau, Usama Al Shahmani und der Moderatorin Nicola Steiner die Bücher «Der Magier im Kreml», «Lieblingstochter», «Seht mich an» (Eisele) und «Sich lichtende Nebel» besprach. Roshani ist Autorin mehrerer Bücher, ihr letztes Werk «Gleissen» ist im Oktober 2022 erschienen. 

Dem Fokus entsprechend äusserte sich Roshani nicht zu den aktuellen Diskussionen. Die Sendung wurde laut SRF am Montagabend aufgezeichnet. Die Planung der Gäste und der Kritikerrunde erfolge jeweils mit grossem Vorlauf, sagt René Schell, Stabsleiter Kultur bei SRF, auf Anfrage und fügt an: «Wir haben Anuschka Roshani bereits für die März-Sendung eingeladen, bevor ihr Artikel im Spiegel publiziert wurde.» Roshani sei eine profilierte Autorin und Journalistin – ihr Interesse für Literatur und Bücher habe die Kritikerrunde für die März-Sendung aus einer weiteren Perspektive auf Literatur ergänzt.

Erst am Sonntag hatte sich Finn Canonica zu den Mobbing- und Sexismusvorwürfen gegen seine Person und den Medienwirbel darüber geäussert (persoenlich.com berichtete).