Das Berner Kantonsparlament hat sich hinter das SRG-Radiostudio Bern gestellt. Es überwies am Dienstag der Kantonsregierung sehr deutlich eine Motion mit der Forderung, dass diese der SRG «bestmögliche Rahmenbedingungen» für das Berner Studio bietet.
Quer durch alle Fraktionen hiess es im Grossen Rat, dezentrale Strukturen seien eine Stärke der Schweiz. Es dürfe nicht alles in Zürich zusammengezogen werden. Mit einer Verlegung des Radiostudios von Bern nach Zürich würde die SRG viel Goodwill verspielen.
Die Berner Regierung schrieb in der Motionsantwort, sie habe zusammen mit der Berner Stadtregierung der SRG räumliche Alternativen aufgezeigt. Dies mit dem Ziel, dass die SRG Mietkosten sparen könne. Auch habe sie mehrfach Lobbying-Gespräche mit SRG-Kaderleuten geführt. Aus ihrer Sicht bleibe die Kritik aus der Westschweiz zur geplanten Verlegung des Radiostudios Bern nach Zürich «nicht ungehört» (persoenlich.com berichtete).
Schätzungsweise 1000 Menschen demonstrierten vergangene Woche in Bern für eine vielfältige Medienlandschaft mit einem starken Standort Bern. Es wird erwartet, dass der SRG-Verwaltungsrat in Kürze über den künftigen Standort des Radiostudios Bern entscheidet.
Kein eigener Radiosender
Dass in Bern Trägerschaft und Mitarbeiter des Radiostudios Pläne aushecken würden, um ein Konkurrenzprogramm zur SRG aufzubauen, sei jedoch nicht richtig. Die Genossenschaft Bern Freiburg Wallis dementiert am Dienstag in einem Newsletter einen entsprechenden Bericht der «SonntagsZeitung». Es sei kein eigener Radiosender geplant.
Genau das Gegenteil sei richtig: «Der Vorstand der SRG Bern Freiburg Wallis will einen starken medialen Service public und damit einen starken SRG-Standort Bern», heisst es im Schreiben an die Mitglieder. «Wir versuchen seit Monaten, die SRG-Spitze davon zu überzeugen, die Pläne zur Verlegung des Radiostudios Bern fallen zu lassen.» Klar sei für den Vorstand aber auch: Sollte die SRG-Spitze gegen Bern entscheiden, könne nicht einfach zur Tagesordnung zurückgekehrt werden. In den kommenden Wochen würden im Vorstand verschiedene Szenarien diskutiert: Von der Weiterarbeit innerhalb der SRG bis hin zu einem möglichen Austritt aus der SRG. (sda/cbe)