17.06.2014

Bertelsmann

Buchclubs in deutschsprachigen Ländern werden eingestellt

Ende nächsten Jahres verschwindet auch der Schweizer Buchclub NSB.

Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann gibt das Buchhandelsgeschäft in den deutschsprachigen Ländern auf. Damit verschwindet Ende nächsten Jahres auch der Schweizer Buchclub NSB (Neue Schweizer Bücherwelt).

Begründet wir die Einstellung des Club- und Direktvertriebsgeschäft mit der seit Jahren rückläufigen Geschäftsentwicklung. Selbst intensive Versuche, das Clubmodell weiterzuentwickeln, hätten dem Geschäftsmodell zu keiner wirtschaftlich tragfähigen Perspektive mehr verholfen, hiess es am Dienstag.

Mit der Einstellung seiner Buchclubs kappt der Bertelsmann-Konzern eine seiner Wurzeln. Reinhard Mohn (1921-2009) hatte den "Bertelsmann Lesering" 1950 gegründet. Der Club wurde zum Wachstumsmotor des Konzerns. Das Prinzip: Viele Menschen bestellen regelmässig einneues Buch und bekommen dafür die Ausgaben billiger, im Schnitt um 10 bis 20 Prozent.

Das Geschäft lief, es galt Bücherregale zu füllen. 1964 wurde in Kiel unter dem Namen "Bücherstube" eine erste Filiale des Buchclubs eröffnet.

In der Schweiz heisst der Buchclub von Bertelsmann NSB (Neue Schweizer Bücherwelt). Dieser betreibt auch noch die Online-Plattform Robinbook.ch, auf dem auch Nichtmitglieder des Clubs Medien bestellen können.

Gegründet wurde NSB ursprünglich vom "Schweizer Druck- und Verlagshaus". Ab 1934 führte der genossenschaftliche Verlag aus Zürich unter dem Namen "Neue Schweizer Bibliothek" eine Buchreihe mit Schweizer Autoren. Diese wurde 1950 zu einem Buchclub umfunktioniert - später gab es auch NSB-Läden.

1997 wurde NSB mit damals 150'000 Mitgliedern dann an Bertelsmann verkauft. Mittlerweile zählt NSB nach Angaben eines Sprechers der Bertelsmann-Tochter Directgroup noch rund 80'000 Mitglieder. Bei NSB angestellt sind derzeit etwa 60 Personen.

Ob der Grundsatzentscheid der Schliessung der Buchclubs auch tatsächlich das Aus für alle Teile von NSB bedeutet, konnte der Directgroup-Sprecher am Dienstag nicht sagen. Man versuche auf alle Fälle, Teile der Geschäfte weiterzuführen oder zu verkaufen, um Mitarbeiter weiterbeschäftigen zu können. (sda)


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