Künftig wird es an der Zürcher Falkenstrasse nur noch eine grosse Wirtschaftscrew geben, welche die NZZ und die NZZ am Sonntag beliefert. Die Wirtschaftsressorts der beiden Zeitungen werden per 1. Januar 2021 zusammengeführt. Gesamtleiter des fusionierten Ressorts wird Chanchal Biswas, der jetzt Wirtschaftschef der NZZ am Sonntag ist. Die NZZ-Gruppe informierte am frühen Donnerstagabend via Mitteilung und bestätigte damit einen Bericht von Inside Paradeplatz. «Ich freue mich darauf, wieder mit Peter und den Kolleginnen und Kollegen der NZZ-Wirtschaftsredaktion zusammenzuarbeiten. Und ich bin auch glücklich darüber, dass ich dem Wirtschaftsteam der NZZ am Sonntag erhalten bleibe», wird Biswas zitiert.
Peter A. Fischer, Ressortleiter Wirtschaft der Neuen Zürcher Zeitung, wird Chefökonom der NZZ-Mediengruppe und prägt die wirtschaftspolitische Ausrichtung und Berichterstattung der Gruppe, wie es weiter heisst. «Ich sehe den neuen Aufgaben und der Zusammenarbeit mit Chanchal zuversichtlich entgegen», so Fischer. Er übernimmt zudem die publizistische Gesamtverantwortung für die kürzlich lancierte Informationsplattform «NZZ Pro Global» (persoenlich.com berichtete). Eric Gujer, Chefredaktor der NZZ: «Für seine Leistungen und sein grosses Engagement als Ressortleiter Wirtschaft der NZZ in den vergangenen zehn Jahren möchte ich Peter an dieser Stelle herzlich danken. Ich wünsche sowohl Peter als auch Chanchal einen guten Start und viel Erfolg bei ihren neuen Aufgaben und freue mich auf die Zusammenarbeit in der neuen Konstellation.»
Ressorts International
Auch die Ressorts International der beiden Titel werden per 1. Januar 2021 zusammengeführt unter der Leitung des jetzigen Ressortleiters Ausland der NZZ, Peter Rásonyi. Stellvertretende Ressortleiter werden Gordana Mijuk, Ressortleiterin Ausland der NZZ am Sonntag, und Andreas Rüesch, Auslandredaktor der NZZ. Damit erhält auch die NZZ am Sonntag Zugang zu dem durch diese Zusammenführung weiter verstärkten Auslandkorrespondentennetz der NZZ, wie es in der Mitteilung heisst. Die Verantwortung der Inhalte International und Wirtschaft für das jeweilige Medium verbleibe jeweils bei den beiden Chefredaktoren.
Ressort Sport
Das seit Anbeginn gemeinsam geführte Ressort Sport unter der Leitung von Elmar Wagner wird neu an Luzi Bernet, Chefredaktor der NZZ am Sonntag, berichten.
Ressorts Inland und Feuilleton/Kultur
Die Ressorts Inland der NZZ und NZZ am Sonntag und Kultur (NZZaS) beziehungsweise Feuilleton (NZZ) bleiben eigenständig. Dies gilt auch für das Ressort Hintergrund und Meinungen der NZZ am Sonntag.
Magazine und NZZ-Wochenendbund
Die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitenden der Magazine und des Wochenendbundes wird in Abstimmung mit den Verantwortlichen Nicole Althaus, Leiterin Magazine, und Daniel Wechlin, Stellvertretender Chefredaktor der NZZ, gestärkt, heisst es. Eine organisatorische Zusammenführung sei nicht geplant.
Ressorts Wissenschaft/Wissen
Bereits kommuniziert wurde die Zusammenführung der bisherigen Ressorts Wissenschaft und Technologie innerhalb der NZZ unter der Leitung von Christiane Hanna Henkel. Die Zusammenarbeit mit dem Ressort Wissen der NZZaS wird durch einen regelmässigen Austausch zwischen Christiane Hanna Henkel und Andreas Hirstein intensiviert. Eine organisatorische Zusammenführung ist laut Mitteilung nicht geplant.
Newsroom
Alle digitalen Titel der NZZ-Mediengruppe werden in Zukunft über einen gemeinsamen Newsroom betrieben. NZZ, NZZ am Sonntag, NZZ Bellevue, NZZ Folio sowie weitere Angebote werden integriert über das Dachmarkenportal nzz.ch angeboten. Die Kompetenzen im Bereich Visual Storytelling und Datenjournalismus werden ausgebaut und vermehrt auch bei der NZZ am Sonntag zum Einsatz kommen. Auch die Teams Video und Podcast werden in Zukunft für beide Redaktionen arbeiten.
«In den letzten Wochen haben Eric Gujer und ich gemeinsam mit dem CEO Felix Graf und Nicole Althaus die Ausgestaltung der engeren Zusammenarbeit der beiden Redaktionen vorangetrieben», so Luzi Bernet, Chefredaktor der NZZ am Sonntag. «Dabei haben wir jeden Bereich sorgfältig auf Potenziale der Zusammenarbeit hin geprüft. Unser Ziel war es, überall dort verstärkt Synergien zu nutzen, wo sie uns publizistisch stärken.» Eric Gujer ergänzt: «Diese Anpassungen werden den Qualitätsjournalismus, dem die Marke NZZ verpflichtet ist, weiter hochhalten und uns helfen, erfolgreich in die Zukunft zu gehen.»
«In einer sich radikal verändernden Medienlandschaft sind die Zeitungen der NZZ-Gruppe die führende liberale und facettenreiche Stimme im deutschsprachigen Raum. Die getroffenen Massnahmen ermöglichen es der NZZ und der «NZZ am Sonntag», ihr jeweiliges Zielpublikum noch besser bedienen zu können», fügt Felix Graf, CEO der NZZ-Mediengruppe, an.
Die NZZ-Mediengruppe verfolge seit Jahren «eine klare Strategie mit Fokus auf die Publizistik», indem sie ihre Medien «mit hochstehendem Journalismus und einem klaren Profil» auf ihre Leserinnen und Leser ausrichte. «Mit der engeren Zusammenarbeit zwischen der NZZ und der NZZ am Sonntag setzen wir auf die jeweiligen Stärken der beiden Redaktionen», wird Etienne Jornod, Verwaltungsratspräsident der NZZ-Mediengruppe, in der Mitteilung zitiert. «Dieser Schritt ermöglicht es beiden Titeln, ihre journalistische Qualität zu erhöhen, ihr Profil zu stärken und ihre Inhalte noch besser auf die Bedürfnisse der Leserschaft auszurichten. Dabei ist klar, dass die NZZ am Sonntag und die NZZ weiterhin unabhängige Titel mit einem eigenständigen Profil und einer eigenen journalistischen Identität bleiben werden. Auch die Verantwortung und Leitung durch zwei unabhängige Chefredaktionen bleibt erhalten.» (pd/cbe)