12.04.2019

MAZ

Den Journalismus neu gestalten

Diese 43 Absolventinnen und Absolventen haben ihre Diplomausbildung Journalismus am MAZ abgeschlossen.
MAZ: Den Journalismus neu gestalten
Die Absolventen des Lehrgangs begannen ihre zweijährige Ausbildung 2017. (Bild: zVg.)

Manche hätten an der Diplomfeier im Theaterpavillon vielleicht Durchhalteparolen in der Krise erwartet. Aber sowohl Judith Wittwer, Chefredaktorin des «Tages-Anzeigers», wie auch Simon Jacoby, Gründer und Chefredaktor vom Städtemagazin «tsüri.ch», würden gerade jetzt enorme Chancen für die Absolventinnen und Absolventen sehen. «Die Verlage stecken in einer Krise, aber der Journalismus nicht. Dafür seid ihr das beste Beispiel», wird Jacoby in einer Medienmitteilung zitiert.

Er setzte auf das Modell «Civic Media»: Ein Team von sieben Festangestellten entwickle mit der Community interaktive Schwerpunkte. Und setze die dann nicht nur multimedial um, sondern auch mit Events, an denen die Leute zusammenkommen. Jacoby wolle so «modernen Lokaljournalismus machen und einstehen für eine offene, moderne und nachhaltige Gesellschaft».

Viel werfe das Projekt, das vor sieben Jahren mit einer Wordpress-Website anfing, noch nicht ab: Ein Praktikant verdient 1500 Franken, der Chefredaktor 4000 – «nichts für Menschen, die langfristig planen wollen. Und damit perfekt für euch», habe er den Absolventinnen und Absolventen zugerufen. «Dafür probieren wir Spannendes aus. Und dürfen auch mal scheitern». Und mit Blick auf die Tagi-Chefredaktorin habe er gesagt: «Und wir müssen auch keine Dividenden an die Aktionäre auszahlen».

Studienleiter Dominique Strebel habe auf seine Pläne verwiesen, 20 Millionen in journalistische Projekte zu investieren. Dazu gehörten neue Stellen, etwa die des «Interactive Designers».

«Warum gerade jetzt Journalismus?» Und «warum macht die Arbeit auf euren Redaktionen Spass?», habe Strebel von beiden wissen wollen. «Weil wir mit den digitalen Werkzeugen Grossartiges schaffen können. Und mit wem ginge das besser als mit euch, den Digital Natives?», sagte Chefredaktorin Wittwer zu den Absolventen. Und Jacoby wird wie folgt zitiert: «Nie gab es so viele Möglichkeiten, etwas Neues zu wagen und in Freiheit auszuprobieren. Ihr könnt dabei nur gewinnen.»



Die Diplomausbildung Journalismus abgeschlossen haben (in Klammern stehen die Redaktionen des Volontariats):

Delia Bachmann (Salz & Pfeffer), Rebekka Balzarini (CH Media), Stefan Banzer (Liechtensteiner Vaterland), Donatella Bonifazi (RTR), Zoé Chastan (RSO), Lara Christen (Radio Munot), Nina Defuns (RTR), Flurina Dünki (Aargauer Zeitung), Philipp Felber (CH Media), Sarah Fluck (TA), Cedric Fröhlich (BZ), Alain Gfeller (Freier Journalist), Mathias Gottet (Walliser Bote), Jonas Hess (Seetaler Bote), Christian Holzer (20 Minuten), Mirco Kaempf (Radio X), Adrienne Krättli (Radio Südostschweiz), Sevan Keles (Radio Munot), Michael Lehmann (Bieler Tagblatt), Dinah Leuenberger (Migros-Magazin), Lydia Lippuner (Limmattaler Zeitung), Linda Müntener (St. Galler Tagblatt), Anja Muster (TeleBielingue), Susanne Quaderer (Liechtensteiner Vaterland), Raphaela Reichlin (Tele 1), Annina Reusser (Jungfrau Zeitung), Marcel Rohner (Tamedia), Barbara Scherer (Limmatwelle), Pascal Schläpfer (Radio 24), Yann Schlegel (CH Media), David Sele (Liechtensteiner Volksblatt), Giulia Staub (Radio Zürisee), Melissa Steuri (Radio Canal 3), Adrian Uhlmann (Schweizerische Gewerbezeitung), Caspar van de Ven (Radio Pilatus), Gregory von Ballmoos (Tele Top), Sarah Wagner (TVO), Jakob Weber (CH Media), Angela Weiss (Radio Munot), Céline Werdelis (Radio 24), Janick Wetterwald (Freiburger Nachrichten), Adrien Woeffray (Walliser Bote), Perrine Woodtli (St. Galler Tagblatt). (pd/log)



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