09.10.2023

SRF

«Die Sicherheitslage überprüfen wir laufend»

Nach dem beispiellosen Angriff der islamistischen Hamas auf Israel gehen die Kämpfe weiter. Stefan Reinhart, Chef vom Dienst im Newsroom und Leiter der TV-Auslandkorrespondenten, gibt einen Einblick in die Berichterstattung des Schweizer Fernsehens.
SRF: «Die Sicherheitslage überprüfen wir laufend»
«Im Moment lässt die Sicherheitslage einen Einsatz in Israel zu», so Stefan Reinhart, Chef vom Dienst im Newsroom und Leiter der TV-Auslandkorrespondenten bei SRF. (Bilder: Keystone, SRF)
von Christian Beck

Stefan Reinhart, der Hamas-Grossangriff auf Israel hat auch Sie als Chef vom Dienst stark beschäftigt. Wie turbulent waren die letzten Tage?
Die letzten Tage waren für die Menschen vor Ort schrecklich und für uns äusserst intensiv. Im SRF-Newsroom haben die Kolleginnen und Kollegen sehr engagiert und präzise gearbeitet – und unsere beiden Korrespondenten Anita Bünter und Jonas Bischoff waren im Dauereinsatz. Der Angriff der Hamas auf Israel hat eine historische Dimension.

Am Samstag gab es eine um 15 Minuten verlängerte «Tagesschau»-Hauptausgabe. Warum gingen Sie nicht schon am Nachmittag live, wie dies auch Blick TV tat (persoenlich.com berichtete)?
Wir haben am Samstag und am Sonntag jeweils die Mittagsausgabe der «Tagesschau» und auch die Hauptausgabe verlängert sowie online auf srf.ch/news und in der SRF News App rund um die Uhr berichtet. Auch bei Breaking News sind viele Menschen gewohnt, News tagsüber online zu konsumieren. Darum war es uns wichtig, dort schnell mit News und Einschätzungen bereit zu sein. Das war ein Erfolg – das zeigen die Zugriffszahlen.

Die «Tagesschau» hätte noch länger sein dürfen. Die nachfolgende Livesendung «Verstehen Sie Spass?» startete erst nach 20.30 Uhr, weil ARD und ORF noch immer über Israel berichteten. Auf SRF musste zur Überbrückung eine Konserve über Thurgauer Äpfel ausgestrahlt werden. Warum haben Sie es nicht Ihren Kollegen von ARD und ORF gleichgemacht und einfach noch länger gesendet?
Wir hätten die «Tagesschau» gerne noch länger gesendet. Mit den Partnern von ARD und ORF war allerdings vorgesehen, um 20.25 Uhr die Livesendung «Verstehen Sie Spass?» auszustrahlen. Weil die ARD-Sendung «Brennpunkt» etwas länger dauerte als geplant, gab es bei uns eine Lücke, die wir füllen mussten. Diesen Umstand bedauern wir.

«Reisen in diesem Gebiet sind nicht einfach»

Nahost-Korrespondentin Anita Bünter schaltete sich am Samstag aus dem jordanischen Amman ein. Warum nicht direkt aus Israel?
Reisen in diesem Gebiet sind nicht einfach, besonders nicht in Zeiten wie diesen. Wir gewichten die Sicherheit unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten immer höher als einen Beitrag oder eine Liveschaltung. Auch aufgrund der unübersichtlichen Lage in den ersten Stunden haben wir uns zunächst entschieden, das Team in Amman zu belassen, wo die beiden auch stationiert sind.

Anita Bünter und Jonas Bischoff sollen dann versucht haben, nach Israel zu gelangen. Offensichtlich gelang dies nicht: Am Sonntag schaltete sich Bischoff wieder aus Amman zu. Was war das Problem?
Die Korrespondenten haben bereits kurz nach dem Ausbruch des Konflikts versucht, nach Israel zu reisen. Allerdings wurden diverse Flüge gestrichen und auch die Landesgrenze war zunächst geschlossen. Ein Problem, mit dem viele Journalistinnen und Journalisten vor Ort zu kämpfen hatten.

Wie ging es am Montag weiter mit dem Korrespondenten-Paar Bünter/Bischoff?
Die beiden sind unterdessen in Israel im Einsatz und haben am Montag für die «Tagesschau» und für «10 vor 10» bereits von dort aus berichtet.

Wie lange werden die Korrespondenten in Israel bleiben? Ist es für sie sicher genug?
Wie lange der Einsatz in Israel dauern wird, ist noch nicht klar und hängt von der Entwicklung der Ereignisse ab. Im Moment lässt die Sicherheitslage einen Einsatz in Israel zu. Die Sicherheitslage überprüfen wir natürlich laufend. Wie gesagt: Priorität hat das körperliche und seelische Wohlergehen unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort.



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