29.09.2020

Sparmassnahmen im Journalismus

Die SRG streicht 250 Stellen

Die Schweizerische Radio und Fernsehgesellschaft hat einen Sparplan über 50 Millionen Franken angekündigt. Die Unternehmenseinheiten in den vier Sprachregionen werden in den kommenden Wochen entsprechende Massnahmen umsetzen und kommunizieren.
Sparmassnahmen im Journalismus: Die SRG streicht 250 Stellen
Muss bis 2024 50 Millionen Franken sparen: SRG-Generaldirektor Gilles Marchand. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Die Auswirkungen der Coronakrise erhöhen den Spardruck bei der Schweizerischen Radio und Fernsehgesellschaft SRG. Das Unternehmen hat deshalb einen Sparplan in Höhe von 50 Millionen Franken angekündigt. Vorgesehen ist ein Abbau von 250 Vollzeitstellen bis 2024.

Die SRG rechnet mit rund 65 Millionen Franken weniger kommerziellen Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr, wie sie am Dienstag mitteilte. Die Coronakrise habe die Trends der rückläufigen Werbeeinnahmen und der verstärkten, digitalen Mediennutzung beschleunigt.

Von 2021 bis 2024 soll deshalb ein neuer Sparplan von 50 Millionen Franken umgesetzt werden. Unternehmensweit werde mit einem Abbau von rund 250 der aktuell 5500 Vollzeitarbeitsplätzen gerechnet.

In welchen Bereichen die Stellen abgebaut werden, steht noch nicht fest. Die Unternehmenseinheiten in den vier Sprachregionen der SRG würden in den kommenden Wochen entsprechende Massnahmen umsetzen und kommunizieren, teilte ein Sprecher der SRG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Am Donnerstag findet in der Angelegenheit ein Live-Streaming für die Mitarbeitenden mit Gilles Marchand statt, wie Sprecher Edi Estermann gegenüber persoenlich.com bestätigt.

Entlassungen unvermeidbar

Der Stellenabbau soll hauptsächlich über natürliche Fluktuation erfolgen. Entlassungen seien aber nicht zu vermeiden. Die SRG sehe in Absprache mit den Sozialpartnern zusätzlich zum Sozialplan spezielle Begleitmassnahmen wie Umschulungen oder Frühpensionierungen vor.

Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) äusserte in einer Stellungnahme die Befürchtung, dass der Stellenabbau dazu führe, dass die Mitarbeitenden in der gleichen Zeit mehr produzieren müssten. So nehme die Belastung am Arbeitsplatz zu und die Qualität sinke.

Der Schweizer Journalistenverband Impressum forderte in einer Mitteilung den Erhalt journalistischer Stellen. Als Service-public-Unternehmen dürfe die SRG die journalistische Qualität und Vielfalt nicht einschränken.

Gleichzeitig wolle die SRG die Transformation des Service Public vorantreiben, um den veränderten Medienkonsumgewohnheiten gerecht zu werden. So soll im November die neue Streaming-Plattform Play Suisse starten, auf der Schweizer Filme, Serien und Dokumentationen angeboten werden.

Nathalie Wappler, Direktorin von Schweizer Radio und Fernsehen SRF, informierte Ende August über Sparmassnahmen beim SRF. Mehrere langjährige Sendungen werden aus dem Programm gekippt, und es werden Stellen abgebaut. (sda/wid)



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