04.06.2026

SRF

Diese Personen leiten künftig Schweizer Radio und Fernsehen

Das Leitungsteam unter SRF-Direktor Roger Elsener steht: Der Verwaltungsrat der SRG hat die neuen Mitglieder am Mittwoch bestätigt. Das Unternehmen setzt auf Kontinuität und internes Personal. Als Folge des gestrafften Organigramms kommt es auch zu Abgängen.
SRF: Diese Personen leiten künftig Schweizer Radio und Fernsehen
Die neue SRF-Leitung unter Direktor Roger Elsener. Oben von links: Ursula Gabathuler (Information), Antonia Seifert (Kultur), unten: Beat Soltermann (Information), Laura Köppen (Distribution), Manuela Diethelm (Unterhaltung). (Bild: SRF)

Ursula Gabathuler und Beat Soltermann übernehmen ab dem 1. Juli 2026 die Leitung der neugeschaffenen multimedialen Angebotseinheit Information. Sie ersetzt die bisher nach Audio und Video getrennten Chefredaktionen von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).

Der bisherige Video-Chefredaktor Tristan Brenn hat sich im Rahmen der Neuorganisation nicht für einen neuen Leitungsposten beworben. Er verlässt seine Funktion nach zwölf Jahren; seine berufliche Zukunft bei SRF ist noch offen, heisst es in einer internen Mitteilung von SRF, die persoenlich.com vorliegt.

Langjährige Erfahrung im Unternehmen 

Gabathuler und Soltermann leiten seit Anfang 2024 gemeinsam die Chefredaktion Audio/Digital. Im neu strukturierten Leitungsteam von SRF werden sie sich einen Sitz teilen. Beide verfügen über langjährige journalistische Erfahrung im Unternehmen: Ursula Gabathuler baute News Digital auf und leitete zuvor die trimediale Konsumredaktion. Beat Soltermann leitete unter anderem das «Echo der Zeit» und arbeitete als Radiokorrespondent in den USA.

Neben der Information werden auch die anderen Programmbereiche neu geordnet. Die Bereiche Kultur sowie Wissen & Gesellschaft fusionieren zu einer einzigen Angebotseinheit. Deren Leitung übernimmt Antonia Seifert. Sie war zuletzt als Stabsleiterin sowie interimistische Co-Leiterin der Kulturabteilung aktiv und verantwortete das Change-Management des Transformationsprojekts mit. Der bisherige publizistische Leiter der Abteilung Kultur, Rajan Autze, ist im neuen Führungsteam nicht mehr vertreten; seine künftige Rolle innerhalb der neuen Struktur ist noch ungeklärt.

Ehemaliger Unterhaltungschef leitet Plattform Play+

Das Genre Unterhaltung leitet neu Manuela Diethelm, die den Bereich bereits seit zwei Jahren interimistisch führte. Sie folgt damit nun fix auf Reto Peritz. Nach fünf Jahren als Unterhaltungschef, mit einem Intermezzo als Executive Producer des ESC in Basel, übernimmt er per Juli die Leitung der nationalen Streamingplattform Play+.

In der Distribution folgt Laura Köppen auf Stefano Semeria. Köppen leitet bisher die Abteilung Audience. Semeria hatte sich nicht erneut für die Position beworben und wird SRF im Herbst 2026 nach 16 Jahren – davon acht in der Geschäftsleitung – verlassen. Er will sich kreativen Projekten und der kommerziellen Limoncello-Produktion widmen, schreibt SRF in der Hausmitteilung.

«Ich setze immer auf die besten Kräfte»

Der hohe Frauenanteil – vier von fünf Führungspersonen – sei Zufall, sagt SRF-Direktor Roger Elsener im Interview mit persoenlich.com: «Ich setze immer auf die besten Kräfte und die besten Kandidatinnen und Kandidaten.»

Zudem haben Roger Elsener und Laura Köppen entschieden, Raphael Amrein als neuen Leiter Kommunikation & Dialog SRF zu berufen. Er wird ebenfalls permanent im Leitungsteam vertreten sein und bei Kommunikationsthemen rund um das Leitungsteam direkt an den Direktor berichten. Andrea Wenger, Co-Leiterin Kommunikation, hat sich bereits im letzten Jahr entschieden, sich nach der Abstimmung zur Halbierungsinitiative beruflich ausserhalb des Unternehmens neu zu orientieren. Sie wird SRF im Herbst verlassen.

Komplettiert wird das neue SRF-Führungsgremium durch vier direkt von der SRG besetzte sogenannte Business Partner: Patrik Porchet übernimmt das Personalwesen, Alexandra Köhl die Finanzen, Susanne Läng die Operationen und Daniel Knoll den Stab.

Teil eines grossen Um- und Abbauprogramms

Die Personalentscheide sind Teil von «Enavant SRG SSR», der bislang grössten Transformation der SRG. Das Unternehmen muss bis 2029 rund 270 Millionen Franken einsparen – etwa 17 Prozent des Budgets – und baut dafür rund 900 Vollzeitstellen ab. Im Zuge dieser tiefgreifenden Restrukturierung werden die regionalen Geschäftsleitungen aufgelöst und durch vereinheitlichte Leitungsstrukturen mit zehn festen Rollen ersetzt, um die sprachregionenübergreifende Zusammenarbeit zu erleichtern.

SRF-Direktor Roger Elsener betonte, dass mit der Bekanntgabe des Teams die Weiterentwicklung zu einem modernen, digitalen Leitmedium nun mit voller Energie vorangetrieben werde. Im Zuge dieser Reform ändern sich zum Stichtag am 1. Juli auch interne Begrifflichkeiten zur besseren Vergleichbarkeit innerhalb der SRG: Organisationseinheiten direkt unter der Direktion werden künftig als Angebotseinheiten oder Abteilungen bezeichnet, gefolgt von der Ebene der Teams. (pd/nil)


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