14.01.2019

Deutschland

Döpfner fordert zu Boykott von Social Media auf

Der Deutsche Verlegerpräsident und Axel-Springer-Chef wertet den Auftritt von Journalisten auf Facebook und Twitter als «zunehmend problematisch». Sie hätten doch eine gute Plattform, um sich auszudrücken: Ihr eigenes Medium.
Deutschland: Döpfner fordert zu Boykott von Social Media auf
Mathias Döpfner übergibt dem Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Februar 2016 den Axel-Springer-Preis. (Bild: Keystone)

Mathias Döpfner äussert sich als Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger kritisch zum Auftritt von Journalistinnen und Journalisten auf Twitter und Facebook. In einem Interview mit der deutschen Presse-Agentur (dpa) empfiehlt er «grösste Zurückhaltung, wenn nicht gar totale Enthaltsamkeit».

Journalisten müssten natürlich Soziale Medien als Informationsquelle und Rechercheinstrument benutzen, sagt der Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer. Aber die eigene Präsenz von Journalisten in sozialen Medien erscheine ihm «zunehmend problematisch». «Die Idee, dass der Vertreter einer Medienmarke rein privat twittern oder auf Facebook posten kann, ist absurd. Kein Mensch kann das unterscheiden. Ein Chefredakteur oder Redakteur ist dort keine private Person», sagt er. Am Ende dienten diese Aktivitäten allenfalls der Person, sehr selten dem von ihr vertretenen Medium.

Döpfner empfiehlt den Journalistinnen und Journalisten «allergrösste Zurückhaltung, wenn nicht gar vollkommene Enthaltsamkeit». Sie hätten doch eine gute Plattform, um sich auszudrücken: Ihr Medium. Warum sollten sie ihr wertvollstes Gut – ihre Erkenntnisse und Gedanken, ihre Inhalte – verschenken, um Twitter zu Exklusivnachrichten oder Kurzkommentaren zu verhelfen?

Zudem wendete sich Döpfner am Montag in einem Brief zum neuen Jahr an die Verleger. Er ermutigte die BDZV-Mitglieder, sich 2019 auf ihre Kernaufgaben zu besinnen und sich die Glaubwürdigkeit wieder zu verdienen, die verloren gegangen ist. «Denn nur so können wir die Populisten und Feinde der Pressefreiheit in ihre Schranken weisen», sagt er. Auch nach dem Fälschungsskandal um den früheren «Spiegel»-Reporter Claas Relotius werde man sich nicht als «Lügenpresse» verunglimpfen lassen. (wid)



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