10.02.2023

#MediaToo

Ethos-Stiftung droht mit Abwahl von Supino

Nach den Sexismus- und Mobbingvorwürfen kritisiert der Aktionärsvertreter das Zürcher Medienhaus scharf. Erwägt wird an der nächsten Generalversammlung eine Verweigerung der Décharge.
#MediaToo: Ethos-Stiftung droht mit Abwahl von Supino
Wird von der Ethos-Stiftung kritisiert: Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident der TX Group. (Bild: Tamedia)

Die Vorwürfe der ehemaligen Magazin-Journalistin Anuschka Roshani an die Adresse ihres ehemaligen Vorgesetzen Finn Canonica sowie Arbeitgeber Tamedia ziehen immer weitere Kreise. So soll die Ethos-Stiftung, ein «einflussreicher Aktionärsvertreter», den Druck auf Verleger und Verwaltungsratspräsident Pietro Supino erhöhen. «Wenn wir vor der Generalversammlung keine Verbesserungsmassnahmen erhalten, könnten wir die Entlastung verweigern», so Vincent Kaufmann, Geschäftsführer der Ethos-Stiftung, gegenüber dem Wirtschaftsportal Tippinpoint.

Die TX Group habe keinen Verhaltenskodex veröffentlicht, in dem eine «Null-Toleranz» gegenüber Mobbing und Belästigung festgeschrieben sei, so die Kritik. «Dies ist das Mindeste, was ein Aktionär eines börsennotierten Unternehmens erwarten kann», so Kaufmann. Erwartet werde nun «eine deutliche Verbesserung der Unternehmensführung nach der Aufdeckung des Falles».

Ethos kann laut Tippinpoint «etwa 5 Prozent der Stimmen mobilisieren». (cbe)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Victor Brunner
10.02.2023 12:07 Uhr
Ethos interveniert zurecht. Supino mag ein guter Manager sein, als Verleger ist er krachend gescheitert. Tages-Anzeiger nicht mehr ein Muss, die Regionalzeitungen nur noch auf Talfahrt. Mittlerweile gibt es vor Ort keine JournalistenInnen nehr die über Kultur berichten.
Kommentarfunktion wurde geschlossen