01.01.2021

Reporter ohne Grenzen

Freilassung von Julian Assange gefordert

Kurz vor der Gerichtsentscheidung über eine Auslieferung von Julian Assange in die USA hat die Organisation Reporter ohne Grenzen die sofortige Freilassung des Wikileaks-Gründers gefordert.
Reporter ohne Grenzen: Freilassung von Julian Assange gefordert
Unterstützer von WikiLeaks-Gründer protestieren in London am 26. November 2020 gegen die Auslieferung von Assange in die USA. (Bild: Keystone/Matt Dunham)

«Die US-Anklage gegen Julian Assange ist eindeutig politisch motiviert», sagte Geschäftsführer Christian Mihr am Freitag. «Die USA wollen ein Exempel statuieren und eine abschreckende Wirkung auf Medienschaffende überall auf der Welt erzielen.» An diesem Montag (4. Januar) entscheidet ein Gericht in London über die Auslieferung.

«Wenn die USA mit ihrem Auslieferungsantrag erfolgreich sind und Assange vor Gericht stellen, droht dasselbe Schicksal künftig jedem Journalisten und jeder Journalistin weltweit, die geheime Informationen von öffentlichem Interesse veröffentlichen», sagte Mihr. «Hier stehen die Zukunft von Journalismus und Pressefreiheit weltweit auf dem Spiel.»

Die US-Justiz wirft dem gebürtigen Australier Assange vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning – vor einer Geschlechtsumwandlung damals als Bradley Manning bekannt – geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Der 49-Jährige habe damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht, lautet der Vorwurf.

Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat. Jahrelang hatte sich Assange einer Festnahme durch Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London entzogen. In den USA droht ihm im Falle einer Verurteilung ein Strafmass von bis zu 175 Jahren. (sda/dpa/lol)


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