04.10.2015

SRF

Gegen die «Arena» hagelt es Kritik

Die Sendung mit acht Parteichefs «geriet zum Flop», schreibt der SoBli.

Zuschauer, Kommentatoren in Social Media und Politiker ärgern sich über die «Arena». Die Sendung vom letzten Freitag mit acht Parteichefs im Studio sei ein Flop gewesen, schreibt der SonntagsBlick und zitiert dabei die teilnehmenden Politiker. «Das Experiment ist gescheitert», sagt SP-Parteipräsident Christian Levrat, die Sendung sei «deutlich unter ihrem Niveau geblieben». Die Präsidenten hätten bloss ihre Parolen zum Besten gegeben. «Es blieb zu wenig Zeit, um die verschiedenen Themen zu diskutieren und auf Gegen­argumente einzugehen.»

Den Wahlkampf der anderen diskutiert

Auch Toni Brunner ist unzufrieden. «Weniger wäre mehr gewesen. Von mir aus könnte das SRF dieses Konzept wieder vergessen», sagt er gegenüber dem SoBli.

Philipp Müller fand die Debatte oberflächlich, vermisste einen echten Schlagabtausch – und rät: «Eine vertiefte Auseinandersetzung beispielsweise zum aktuellen und sehr emotionalisierten Thema Asyl wäre höchst interessant in einer Zweierbesetzung.»

Moderator Jonas Projer hatte vor, mit dem Politikern für einmal nicht die eigenen Themen zu diskutieren, sondern diejenigen der anderen Parteien. Statt für ihre Positionen zu werben, sollten sie über den Wahlkampf der anderen urteilen. Nach der Sendung gibt sich der 34-Jährige dem SoBli gegenüber nur teilweise selbstkritisch: «Ist es gelungen? Jein!», räumt Projer ein. «Aber wurde nicht sehr deutlich klar, wie schwer es manchen Politikern fällt, aufeinander zuzu­gehen?»

Attraktive Sendung zu machen, sei schwierig

Die «Arena» habe intensiv über den Urnengang am 18. Oktober berichtet, wehrt sich Projer. «Wir haben alle diese Themen in den letzten Wochen mit eigenen ‹Are­nas› und ganzen Thementag­en vertieft», sagt er. Und die Sendung am Freitag? «Das war die Ehrenrunde.»

Über die Bücher will man beim Schweizer Fernsehen vorerst nicht gehen. «So kurz vor den Wahlen wird es immer schwieriger, eine Sendung zu machen, die für das Publikum attraktiv ist», sagt Projers Chef, SRF-Direktor Ruedi Matter. «Und mit diesem Ansatz ist die ‹Arena› meiner Meinung nach gelungen.» (SoBli)


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