16.08.2025

Fridolin

Gericht macht Weg frei für Übernahme durch Somedia

Das Bündner Medienunternehmen kann die finanziell darnieder liegende Glarner Gratiszeitung nach Tagen der Unsicherheit nun doch übernehmen. Das Obergericht erachtet den Verkauf als «sachlich notwendig, unausweichlich und von höchster Dringlichkeit».

Das Obergericht des Kantons Glarus hat am Freitag einer Beschwerde gegen die Übernahme die aufschiebende Wirkung entzogen. «Der Kaufvertrag zwischen der Fridolin Medien AG – einer Tochtergesellschaft von Somedia - und der bisherigen Eigentümerin kann vollzogen werden», teilte das Medienhaus am Samstag mit. Laut Somedia begründet das Obergericht die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung damit, dass die Erfolgsaussichten der Beschwerde als gering eingeschätzt werden.

Das Gericht halte ausserdem fest, dass «deutliche Anhaltspunkte» vorlägen, dass der Verkauf des Fridolin an die Somedia-Tochter «sachlich notwendig, unausweichlich und von höchster Dringlichkeit» war. Der abschliessende Entscheid des Obergerichts werde in den kommenden Wochen erwartet.

Somedia nehme den Entscheid des Obergerichts mit Erleichterung zur Kenntnis, erklärte CEO Thomas Kundert auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Für uns steht im Vordergrund, dass mit dem Fridolin eine traditionsreiche Zeitung für die Region Glarus erhalten bleibt.»

Später Kampf um die Übernahme

Die aufschiebende Wirkung der Beschwerde vor dem Glarner Verwaltungsgericht hatte die bereits gerichtlich abgesegnete Übernahme der Traditionszeitung durch das Bündner Medienhaus blockiert. Der Entscheid hatte bei Somedia für Unverständnis gesorgt.

Wie Kundert unlängst gegenüber Keystone-SDA erklärt hatte, richtet sich die Beschwerde gegen die Absetzung des ehemaligen Geschäftsführers der bisherigen Besitzerin der Zeitung. Die Beschwerde kritisiere auch die gerichtliche Genehmigung des Verkaufs des Fridolin an die Somedia-Tochtergesellschaft Fridolin Medien AG.

Die Beschwerde stammt aus dem Kreis des ehemaligen Geschäftsführers und seiner Partner. In der Folge machte der Rapperswiler Verleger Bruno Hug ein Kaufangebot für das Gratisblatt - notabene nachdem die Übernahme durch die Somedia gerichtlich bereits abgesegnet gewesen war.

Somedia betonte damals auf Anfrage von Keystone-SDA, dass das gerichtlich geleitete Verkaufsverfahren zur Sanierung der taumelnden Zeitung korrekt abgelaufen sei. Zudem habe das Medienhaus ein vertraglich verankertes Vorkaufsrecht auf den Fridolin.

Der Fridolin erscheint nach der Übernahme weiterhin wöchentlich und wird wie bisher an alle Haushalte verteilt, versicherte die neue Besitzerin. Die Weiterführung der Zeitung wird durch das bisherige Redaktionsteam sichergestellt. (sda/spo)


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