07.10.2018

Republik

Geschäftsführerin Susanne Sugimoto geht

Per Ende Oktober ziehen sich auch Laurent Burst, Nadja Schnetzler und François Zosso zurück. Vom Gründerteam sind künftig nur noch Constantin Seibt, Christof Moser und Clara Vuillemin an Bord. Im ersten Jahr schrieb die «Republik» einen Verlust von 2,8 Millionen Franken.
Republik: Geschäftsführerin Susanne Sugimoto geht
Hat die «Republik» mitaufgebaut: Geschäftsführerin Susanne Sugimoto. (Bild: Republik)

Bei der «Republik» kommt es zu einigen personellen Veränderungen. Per Ende Oktober ziehen sich gleich «vier zentrale Leute aus der Leitung des Unternehmens» zurück, wie es in einem wie gewohnt ausführlichen Newsletter an die «Verleger» (Abonnenten) heisst. Demnach verlässt die Geschäftsführerin Susanne Sugimoto die «Republik» per Ende Monat. Mit ihr gehen auch Laurent Burst, Chef des Verwaltungsrats, Nadja Schnetzler, Präsidentin der Genossenschaft, und Finanzchef François Zosso.

Das sei nicht überraschend, schreibt die «Republik» im Newsletter. Alle «Start-up-Spezialisten» hätten bereits vor dem Start im Januar 2017 angekündigt, das Unternehmen wieder zu verlassen, «sobald das Ding läuft». Die Herkulesaufgabe des Aufbaus sei mittlerweile erledigt. Jetzt brauche es einen Generationenwechsel. Kurz: Weniger Gründerzeitromantik und weniger Pioniergeist, dafür mehr Tagesgeschäft und bessere Organisation.

Wer die Nachfolge von CEO Sugimoto übernimmt, geht aus dem Newsletter nicht hervor. Im Verwaltungsrat übernehme nun Sylvie Reinhard das Präsidium. Als neuer Kandidat sei der Jurist Tobias Asch vorgeschlagen – er werde auch interimistisch die Finanzen kontrollieren. Ebenfalls neu im Verwaltungsrat ist laut Mitteilung die IT-Chefin der «Republik», Clara Vuillemin. An Deck bleiben die weiteren Mitgründer Constantin Seibt und Christof Moser. 
Am 16. Oktober werde an der Generalversammlung der neue Verwaltungsrat gewählt.

Auch werde Chefredaktion und Redaktion neu aufgestellt, «sodass die Chefredaktion einen freieren Kopf zum Denken, Blattmachen und Planen hat». Noch im Oktober werde über die neue Struktur und die neue Chefredaktion informiert. Bis dahin führt Michael Rüegg als Interims-Chefredaktor die Redaktion.

«Personalintensives Business»

Finanziell lief es der «Republik» im ersten Jahr wie erwartet: Sie schrieb ein Minus. Der Konzernverlust beträgt gemäss Geschäftsbericht 2,85 Millionen Franken. Grösster Ausgabenposten war mit 3,5 Millionen Franken der Personalaufwand. «Journalismus ist ärgerlicherweise ein personalintensives Business», heisst es dazu im Geschäftsbericht. Das konsolidierte Eigenkapital am Ende des Geschäftsjahres beläuft sich auf 1,8 Millionen Franken.

Mit den vorhandenen Mitteln ist der Betrieb noch bis im Januar gesichert. Dann folgt die eigentliche Klippe: Die 14'000 Mitgliedschaften aus dem Crowdfunding und die 3000 bis zum Start müssen erneuert werden. Der Erfahrungswert bei vergleichbaren Projekten sei eine Erneuerungsrate von 50 Prozent.

Die «Republik» hat sich zum Ziel gesetzt, 66 Prozent – also zwei von drei Mitgliedschaften – zu halten. «Sinken wir unter 50 Prozent, werden wir bluten, weil wir unsere Kosten senken müssen.»

4,5 Millionen Zeichen veröffentlicht

In ihrem ersten Jahr veröffentlichte die «Republik» insgesamt 435 Artikel mit einem Umfang von insgesamt rund 4,5 Millionen Zeichen.

Was die Mitgliederstruktur betrifft, ist die «Republik» klar Zürich-orientiert: Fast die Hälfte der Unterstützerinnen und Unterstützer wohnt im Kanton Zürich. Mit rund 18 Prozent am zweithäufigsten vertreten sind die Abonnenten aus dem Mittelland, an dritter Stelle folgen mit rund 14 Prozent jene aus der Nordwestschweiz. (cbe/sda)



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Kommentare

  • Oliver Brunner, 08.10.2018 17:26 Uhr
    Sehe ich das richtig. Die wenigen Meldungen der letzten Zeit ergeben folgendes Bild. Mittlerweile sind fast alle Gründer wieder von Bord (nach einem Jahr), das Geld wir bereits knappt, ziemlich jede Woche wird der Zugang eines renommierten Journalisten vermeldet. Relevante Storys werden keine zitiert, ich bin kein "Mietverleger". Bisher eigentlich nur Bauskandal Graubünden, an dem es mittlerweile auch Fragezeichen gibt...

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