18.08.2021

Berichte über Klimawandel

Grossteil der Zeitungen hält sich an Fakten

90 Prozent der Medien in Australien, Grossbritannien, Kanada, Neuseeland und den USA berichten akkurat über den Klimawandel. Dies zeigt eine neue Studie. Nur traditionell konservative Medien ignorieren die wissenschaftliche Faktenlage zum Teil.
Berichte über Klimawandel: Grossteil der Zeitungen hält sich an Fakten
«Fakten überwiegen jetzt die Debatte», sagt Studienautorin Lucy McAllister. (Bild: Pixabay)

Die wichtigsten Zeitungen in fünf englischsprachigen Ländern berichten mittlerweile in der Regel akkurat, wenn es um den Klimawandel geht. Das besagt eine Studie unter der Leitung der University of Colorado Boulder. Zu 90 Prozent geben die Medien demnach richtig wieder, welchen Einfluss der Mensch auf den Klimawandel hat. Nur bei traditionell konservativen Medien gibt es nach wie vor Probleme, dass beispielsweise Klimaleugnern gleiches Gewicht eingeräumt wird.

Keine Diskussion mehr

«Vor zwei Jahrzehnten sprachen Printmedien echten Klimaexperten und abweichenden Klimaleugnern oft die gleiche Glaubwürdigkeit zu», sagt Studien-Erstautorin Lucy McAllister, mittlerweile Postdoc am Center for Energy Markets der TU München. Es entstand der Eindruck einer kontroversen Debatte. Eine entsprechende Studie aus dem Jahr 2004 werde bis heute als Beleg für einen anhaltenden Bias in den Medien zitiert, eine neue Analyse sei daher dringend nötig gewesen. Mit Kollegen hat McAllister daher 5000 Zeitungsartikel zum Thema Klimawandel aus den Jahren 2005 bis 2019 ausgewertet.

«Fakten überwiegen jetzt die Debatte», sagt nun McAllister. Neun von zehn Artikeln würden wissenschaftliche Erkenntnisse zum menschlichen Beitrag über den Klimawandel korrekt wiedergeben. «Es wird nicht mehr als zweiseitige Debatte dargestellt.» Doch haben realweltliche Ereignisse einen Einfluss. Nach einem Hack der E-Mails von Klimaforschern an der University of East Anglia im Jahr 2009 («Climategate») waren Medienberichte zeitweilig merklich ungenauer. Rund um die Verhandlungen um das Pariser Klimaabkommen 2015 dagegen waren Zeitungsartikel wissenschaftlich deutlich akkurater.

Konservative Problemzonen

Bei der Analyse der Artikel aus Australien, Grossbritannien, Kanada, Neuseeland und den USA hat sich gezeigt, dass konservative Medien wie die britische Daily Mail oder der australische Daily Telegraph die wissenschaftliche Faktenlage eher ignorieren. Am schlimmsten war unter den erfassten Medien die kanadische National Post.

Zwar haben selbst dort rund 70 Prozent der analysierten Artikel den starken menschlichen Beitrag zum Klimawandel korrekt wiedergegeben. Doch immerhin jeder fünfte Beitrag der National Post zum Thema hat geleugnet, dass es überhaupt einen nicht vernachlässigbaren menschlichen Beitrag gibt. (pte/wid)


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