19.05.2000

TA-Media AG

hervorragendes Ergebnis 1999 – Börsengang geplant

Die TA-Media hat am Freitag im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz den Abschluss 1999 vorgelegt. Das Konzernergebnis hat zum dritten Mal in Folge zugenommen, gegenüber dem Spitzenergebnis 1998 um 29 Prozent auf CHF 130,4 Mio.; es ist das beste Resultat in der 107-jährigen Firmengeschichte. Die Investitionen in bestehende und neue Produkte, die Technik und den Vertrieb betragen CHF 88 Mio., und wie in der Vergangenheit wurden die Start-up Kosten vollumfänglich und direkt über den Aufwand verbucht. Der Umsatz von CHF 770 Mio. (plus CHF 90 Mio. gegenüber VJ) wurde mit 2152 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (1755 Vollzeitstellen) sowie rund 900 freien Journalistinnen und Journalisten erzielt. Wie Hans Heinrich Coninx (Bild), Präsident des Verwaltungsrates, ausführte, hat die Eigentümerfamilie Coninx beschlossen, 33 Prozent des Aktienkapitals der TA-Media AG über die Börse einem breiten Anlegerpublikum anzubieten. Im grossen "persoenlich"-Interview vom Dezember hatte Coninx noch erklärt, dass ein "going public" kein Thema sei.
TA-Media AG: hervorragendes Ergebnis 1999 – Börsengang geplant

Die mittlerweile weit verzweigte Familie - an der Schwelle zur 5. Generation - ziehe diese Lösung einem Verkauf oder der privaten Platzierung von Kapital bei Dritten vor, um die Kontinuität und die Unabhängigkeit von Gruppe und Produkten zu sichern. Der Börsengang bzw. der daraus resultierende Mittelzufluss dient einerseits dazu, jene Familienaktionäre auszuzahlen, die sich anderweitig engagieren wollen. Anderseits will die TA-Media AG über das Kapitalmarktfenster Opportunitäten, die den Weg an die Spitze der Schweizer Publishing-Häuser unterstützen, jederzeit nutzen können. Die breite Platzierung von Namensaktien soll überdies jene Kreise enger ans Haus binden, die "das Rückgrat" der Gruppe ausmachen, neben den Abon-nenten und Kunden die Kader und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn "das Verlagsgeschäft", so Hans Heinrich Coninx, "ist ein ausgesprochenes 'People-business'". Michel M. Favre, Vorsitzender der Geschäftsleitung der TA-Media AG, nannte als Gründe für den erneuten erfolgreichen Abschluss die Innovationskraft, die immer wieder zu neuen Produkten oder Produktverbesserungen führe, die Vielfalt des Angebotes im wichtigsten Markt der Schweiz und das intern breit abgestützte Kostenbewusstsein. Diese Balance of power sei es auch, die die Zukunft der TA-Media so attraktiv mache. Die Geschäftsleitung begrüsse den Entscheid der Familie Coninx zum geplanten Börsengang als neue Herausforderung. Damit werde das Wachstum in der Qualitätstradition des Hauses auf lange Sicht gesichert. Das damit verbundene Beteiligungsprogramm für Mitarbeitende und Kader werde dazu führen, dass mehr noch als bisher beste Leute gehalten und gefunden werden könnten. Damit bestehe auch zwischen Quantität und Qualität eine in der Schweizer Medienwelt einmalige Balance.

Vom Verlagshaus zum Content Provider

Der Wandel vom Verlagshaus zum Content Provider, eine der strategischen Hauptzielsetzungen, habe 1999 nochmals eine neue Dimension erfahren. Der Schritt mit TV3 ins Fernsehen und ins Internet - über die Beteiligung an Blue Window, die Winner-Gruppe und die TA-eigenen Online-Aktivitäten - sei vollzogen. Auch die Investitionen in den "Tages-Anzeiger", die "SonntagsZeitung" und in "Facts" beginnen sich gemäss Michel M. Favre weiter auszuzahlen; das belegten auch die Zahlen der ersten Monate des laufenden Jahres. Gemäss Patrick Eberle, Finanzchef der TA-Media, liegt das ordentliche Ergebnis des ersten Quartals 2000 mit CHF 41 Mio. rund CHF 1 Mio. über dem des Rekordvorjahres.

Finanziell kerngesund und solide

Die Gründe für den hervorragenden Abschluss 1999 sieht P. Eberle primär darin, dass der Verlagsertrag als markanteste Ertragsquelle um 12 Prozent gesteigert werden konnte (Inserate, Beilagen, Abonnements und Einzelverkauf). Zum Ergebnis beigetragen hat auch der Kundendruck. Das Flaggschiff der Gruppe, der "Tages-Anzeiger", konnte bei praktisch gleich bleibender Auflage den Ertrag um fast CHF 3 Mio. verbessern, während die "SonntagsZeitung" um gegen CHF 9 Mio. (plus 12 Prozent) zulegen konnte. "Facts" wiederum hat mit CHF 6 Mio. (16%) den zweitgrössten Umsatzzuwachs unter den Printprodukten erreicht. Insgesamt ist der Aufwand um CHF 18 Mio. weniger gewachsen als der Umsatz. Die absolute Zunahme der Kosten um CHF 72 Mio. widerspiegelt vor allem die hohen Investitionen, die 1999 getätigt und direkt über den Aufwand verbucht worden sind. "Üblicherweise werden Investitionen über einen bestimmten Zeitraum abgeschrieben und aktiviert. Würde dies auch bei uns so gehandhabt, läge unser Reinergebnis noch beträchtlich höher. Die konservative Rechnungslegung verdeutlicht vor allem unsere Finanzkraft", meinte Patrick Eberle und wies darauf hin, dass auch die rund CHF 15 Mio. an Investitionen in TV3 aus eigener Kraft finanziert werden konnten. Das Betriebsergebnis, bezogen auf den Umsatz, beträgt 18 Prozent und weist die Performance des Kerngeschäftes aus (Zeitungen, Zeitschriften, Radio/TV, Internet). Die Eigenkapitalrendite von 25,2 Prozent (VJ: 23,4 Prozent) ist gemäss Patrick Eberle eine Kennzahl, "die für unsere künftigen Miteigentümer besonders attraktiv ist, auch weil sie sich ungebrochen positiv entwickelt hat".

Tiefer Nennwert für ein breites Anleger-Publikum Tiefer Nennwert für ein breites Anleger-Publikum



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