An seiner Jahres-Pressekonferenz vom Dienstagmorgen zog Fernsehdirektor Peter Schellenberg eine positive Bilanz. Der Marktanteil von 44.1 Prozent am Hauptabend sei der höchste seit 1990, ungeachtet des Verzichts auf die Direktübertragungen der Fussball-WM in Japan und Korea. Auf diesem Hintergrund hätten auch die im letzten Jahr angekündigten Sparmassnahmen keine negativen Folgen gezeigt. Das Publikum sei dem Sender treu geblieben, und auch in Bezug auf die personellen Folgen könne SF DRS eine mehrheitlich positive Bilanz vorlegen: Die meisten von Stellenabbau Betroffenen hätten intern platziert werden können.
Am Hauptabend - der für SF DRS entscheidenden Programmzeit zwischen 18.00 und 23.00 Uhr - kann SF DRS einen Marktanteil von 44.1 Prozent ausweisen. Das heisst: Das Deutschschweizer Fernsehpublikum setzt seinen Fernsehkonsum im Durchschnitt zu 44 Prozent aus Angeboten von SF DRS zusammen. Dies ungeachtet des Verzichts auf die Direktübertragungen der Fussball-WM in Japan und Korea. Dennoch - Programmreferent Peter Krähenbühl konstatierte es freimütig - war es vor allem der Sport (Salt Lake City, Champions League), der SF DRS auf SF2 ausserordentlich hohe Marktanteile bescherte: Zunahme um 2.3 Prozentpunkte auf 8.4 Prozent Marktanteil.
"2002 war", so Peter Krähenbühl , "wie 1998: ein Sportjahr". Auf diesem Hintergrund sei weniger der hohe Wert bemerkenswert, als vielmehr, so Fernsehdirektor Peter Schellenberg, die seit 1990 ausgewiesene hohe Konstanz der Marktanteile von SF DRS trotz stetig wachsender Konkurrenz. "Sie erlauben den Schluss, dass SF DRS für das Schweizer Publikum mit grossem Abstand vor allen Konkurrenten der Heimsender ist. Im Lichte der Zahlen wird SF DRS von unserem Publikum als Service public wahrgenommen", erklärte Schellenberg weiter.
Den Ausschlag für die positive Bilanz (von plus 2.8 Prozentpunkten) gab vor allem der zweite Kanal SF2, der 2002 den zweiten Platz hinter SF1 und vor RTL (7.1 Prozent am Hauptabend) belegt. SF2 habe eine seiner primären Zielsetzungen erreicht: Im fünften Jahr seines Bestehens sei dieser Kanal in hohem Masse - zu 90 Prozent - durch Werbung selbsttragend, hiess es dazu. Damit erhalte das Deutschschweizer Fernsehpublikum über die Gebühren hinaus eine Zusatzleistung, die vor allem darauf beruhe, dass das Angebot einem nachweisbaren Publikumsbedürfnis entspreche.
2002: Sparmassnahmen auf Grund von Ertragsrückgängen
Insgesamt leidet SF DRS - wie die ganze Medienbranche - unter Ertragsrückgängen im Werbeaufkommen. Bei SF DRS führte dies zu einer Budgetreduktion für das Jahr 2003 um insgesamt 30 Millionen Franken. Hintergrund ist die Vorgabe des Verwaltungsrates (RRA), ab 2003 eine ausgeglichene Rechnung auszuweisen, und zudem auch in Zukunft über einen minimalen unternehmerischen Handlungsspielraum verfügen zu können. Diese Vorgaben seien per Ende 2002 erreicht worden.
Einsparungen ohne Reduktion von Programmleistungen seien, so Peter Schellenberg, nicht möglich. Problemlos akzeptiert worden seien, im Lichte der Zahlen, die Einstellung des "MittagsMagazins", des "MittagsTalks" und von "Schweiz Südwest". Heftig kritisiert wurde in der Öffentlichkeit der Entscheid der Fernsehdirektion, im Zuge der Sparmassnahmen die Produktion der eigenen schweizerischen Sitcom bis auf Weiteres einzustellen und durch Wiederholungen früherer Eigenproduktionen zu ersetzen. Bereits die erste Wiederholung von "Fascht e Familie" am 31. Januar 2003 scheine aber dem Entscheid in deutlichen Zahlen Recht zu geben, so Schellenberg. Sie erreichte 830'000 Zuschauer und übertraf damit die letzte eigenproduzierte Sitcom "Bürgerbüro" (Zuschauerdurchschnitt 619'000 Zuschauer) um über 200'000 Zuschauer. "Wiederholungen erfolgreicher Sitcoms sind ein sicherer Wert", so Fernsehdirektor Peter Schellenberg. "Erst die Wiederholung rechtfertigt die enormen Produktionskosten. Gute eigene Sitcoms sind ein Fettpolster für schlechte Zeiten."
Positive Bilanz bei den Personal-Massnahmen

