21.06.2016

Roger Schawinski

Narzissmus-Buch ist ein Renner bei Amazon

Das Buch von Medienpionier Roger Schawinski sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Die Amazon-Käufer stören sich nicht an der Kritik, Jörg Kachelmann droht mit Klage und Schawinski will mit Tagi-Kritikern diskutieren. Zudem legt er einen Gegenbeweis vor.
Roger Schawinski: Narzissmus-Buch ist ein Renner bei Amazon
Bei den Industriebüchern erreicht sein Buch Platz eins: Roger Schawinski. (Bild: zVg.)

«Ich bin der Allergösste. Warum Narzissen scheitern» sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Die Tamedia-Medien, der «Tages-Anzeiger» und «20 Minuten», werfen Roger Schawinski weiter vor, bei Wikipedia ohne Quellenangabe abgeschrieben zu haben. Der Medienpionier wehrte sich im persoenlich.com-Interview gegen die Vorwürfe.

Gegenüber persoenlich.com legt er zudem eine vom «Tages-Anzeiger» aus dem Buch beanstandete Stelle vor. Darin wird dem Medienpionier vorgeworfen, es gäbe beim Porträt des einstigen CIA-Direktors David Petraeus Zitate aus einer «Newsweek»-Ausgabe, wobei er die Übersetzung dieser Zitate offenbar aus einem Artikel von «Spiegel online» übernommen übernommen habe. Der «Tages-Anzeiger» weist daraufhin, dass auch «Übertragungen aus anderen Sprachen geniessen einen eigenständigen urheberrechtlichen Schutz» geniessen. So müsse man auf den Übersetzer als Quelle genau so verweisen  also wie auf Autoren. Schawinski meint gegenüber persoenlich.com, dass er dies genau so gemacht habe und legt zum Beweis die entsprechende Stelle aus seinem Buch vor. 

«Petraeus pflegte mit viel Bedacht den Kult um seine Person. In einer Sonderausgabe des Magazins Newsweek zum Thema „Helden“ präsentierte er seine zwölf Lehrsätze für gute Führung. Nummer 1 lautet: „Stehe an der Spitze der Formation und führe beispielhaft. Nimm deine Leistung persönlich. Wenn du stolz darauf bist, nur Durchschnitt zu sein, trifft das auch auf Deine Truppen zu.“ Auf eine Frage in einem Spiegel-Interview nach seinem Ansatz antwortete er: „Ich bin eben ein kühler Realist.“ Und wirklich: Seine Kollegen nannten ihn „Mr. Disziplin“. Jeden Tag trieb er Sport, beginnend mit einem Fünfkilometerlauf um 5 Uhr früh. Alkohol existierte nicht in seiner Welt und pro Nacht genügten ihm einige wenige Stunden Schlaf, erklärte er.»

Auf die Verkaufszahlen scheint die ganze Plagiatsdiskussion keinen Einfluss zu haben. Bei Amazon wird das Schawinski-Buch als Bestseller geführt und liegt bei den Industriebüchern auf Platz eins. So auch bei den Schweizer und amerikanischen Politikbüchern. Insgesamt ist es auf der Amazonliste auf Rang 273.

Kachelmann äussert sich auf Twitter

Wetterpionier Jörg Kachelmann, einer der «Protagonisten» in Schawinskis Buch, droht bereits mit Klage. Wie er auf Twitter mitteilt, lüge Schawinski - Zitat - in seinem Text wie gedruckt. Kachelmanns Fazit: «Meine Anwälte lesen gerade.» Ob es wirklich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, bleibt offen. Schawinski beschreibt in seinem Buch verschiedene Leaderfiguren, die wegen angeblicher Selbstüberschätzung gestürzt seien. So unter anderem die ehemaligen Führungskräfte Joe Ackermann, Sepp Blatter, Marcel Ospel oder Daniel Vasella. In der «Weltwoche» von dieser Woche, die morgen Donnerstag erscheint, nimmt Kachelmann zum ganzen Fall Stellung.

Schawinski lädt Tagi-Kritiker in seine Radiosendung ein

Wie Roger Schawinski am Mittwochmorgen in seiner Radiokolumne auf Radio 1 ausführte, habe er jene Kulturredaktoren vom «Tages-Anzeiger», die ihm fehlende Quellenverweise vorhielten, in seine Radio-Talk-Show «Doppelpunkt» von nächsten Sonntag eingeladen. Doch die «Tages-Anzeiger»-Journalisten seien nicht darauf eingegangen. (ma)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören