Tamedia sorgt weiter für Schlagzeilen. Auslöser war ein Protestbrief, den 78 Journalistinnen unterzeichneten (persoenlich.com berichtete). Mittlerweile haben bereits 115 Frauen unterschrieben, ein zweites Schreiben wurde von 125 Männern unterzeichnet. Auch der Bundesrat hat von den Sexismus-Vorwürfen bei Tamedia Kenntnis genommen.
Der Fall Tamedia ist laut der Neuen Zürcher Zeitung «jedoch einiges komplizierter». Es gehe weniger um strukturellen Sexismus, sondern um interne Konflikte. Diese würden sich um «persönliche Ambitionen, das Arbeitsklima, den Umgangston, aber auch um politische und journalistische Fragen» drehen. Moralisch aufgeladen durch Sexismusvorwürfe hätten sich diese Konflikte zu «einer Art internem Solidaritätszwang» entwickelt, «dem sich kaum jemand entziehen könne», schreibt die NZZ am Mittwoch in einem ausführlichen Artikel.
Die Autorinnen des Protests wollen gegenüber der NZZ zu konkreten Vorfällen keine Angaben machen. «Es geht um ein raues, unanständiges Klima, das einer Macho-Kultur entspringt», sagt Tamedia-Inlandredaktorin Claudia Blumer. Darunter würden auch Männer leiden. (cbe)
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18.03.2021 07:58 Uhr

