17.08.2014

Schweiz am Sonntag

"Ja, die Bilder liegen mir vor"

Wirbel um Nationalrat Geri Müller von den Grünen: Er soll Nackt-Selfies im Badener Stadthaus gemacht und an seine damalige Geliebte verschickt haben. Dies schreibt Chefredaktor Patrik Müller in der aktuellen "Schweiz am Sonntag". Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten: Auf Twitter hagelt es unter dem Hashtag #gerigate Kommentare zu der Story, Geri Müllers Parteikollegen üben ebenfalls Kritik, er selber spricht von einer "rein privaten Angelegenheit". Hat Patrik Müller ein solches Echo erwartet und warum hat er diese heikle Geschichte selber geschrieben? Gegenüber persoenlich.com nimmt er Stellung.
Schweiz am Sonntag: "Ja, die Bilder liegen mir vor"

Herr Müller, werden Sie nach der Enthüllung der Geri-Müller-Story nun in Baden, wo Sie auch wohnen, als "Nestbeschmutzer" bezeichnet?
Nein, ich konnte am Sonntag unbehelligt durch die Stadt gehen, wurde aber natürlich auf den Artikel angesprochen - aber nicht negativ.

Hat sich Geri Müller bereits bei Ihnen gemeldet?
Nein. Von ihm erhielt ich keine Reaktion.

Wie sind Sie zu dieser brisanten Geschichte gekommen?
Meine Quellen kann ich nicht offenlegen, aber alles begann mit der Verhaftung der Ex-Geliebten am Mittwochabend im öffentlichen Raum in Baden. Baden ist eine kleine Stadt.

Warum haben Sie die Story selber geschrieben und nicht einer Ihrer Mitarbeiter?
Das ist nicht aussergewöhnlich, ich mache viele Geschichten selber. Auch unangenehme.

Wie viele Reaktionen haben Sie heute bekommen?
Ungewöhnlich viele. Gezählt habe ich sie nicht.

Am Samstag um Mitternacht haben Sie auf Facebook die Titelseite der "Schweiz am Sonntag"-Ausgabe gezeigt, wobei die Müller-Story fehlte. War dies Zufall?
Das war Absicht. Ich wollte bei diesem heiklen Thema verhindern, dass die Geschichte schon am Samstag publik wird.

Wie geht es nun weiter: Muss Geri Müller Ihrer Meinung nach zurücktreten?
Das müssen Geri Müller, allenfalls seine Partei oder letztlich die Wähler entscheiden. Ich sehe meine Rolle als Journalist nicht darin, Rücktritte zu fordern, sondern Fakten darzulegen.

Übrigens: Haben Sie die Bilder?
Ja, die Bilder und die Chat-Protokolle liegen mir vor.

Interview: Matthias Ackeret



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