17.02.2022

Tele D

Jean-Michel Cina verteidigt SRG-Lohnerhöhung

Der Verwaltungsratspräsident äussert sich in der Talksendung von Tele D zur Kritik an den SRG-Cheflöhnen sowie der geplanten Halbierungsinitiative. Der Vorwurf der «Linkslastigkeit» sei fast älter als er.
Tele D: Jean-Michel Cina verteidigt SRG-Lohnerhöhung
SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina in der Sendung «Prominenz zu Gast» von Tele D. (Bild: Screenshot)

SRG-Verwaltungspräsident Jean-Michel Cina äussert sich in der Talksendung «Prominenz zu Gast» von Tele D, dem 1985 gegründeten und mittlerweile wohl ältesten Lokalfernsehen der Schweiz, zur Kritik an der Lohnpolitik der SRG. Durch einen Artikel der Schweiz am Wochenende wurde bekannt, dass für das SRG-Kader die Fixlöhne künftig um 20 Prozent angehoben und die Bonis abgeschafft würden (persoenlich.com berichtete).

Cina betonte, dass man dadurch von den «intransparenten» Boni-Regelungen wegkomme, was der heutigen Tendenz entspräche. Zudem könne man dadurch «Fehlanreize» besser vermeiden. Für Cina ist wichtig, dass dadurch die Kaderlöhne nicht angestiegen seien.

Bedrohung sprachlicher Minderheiten

Jean-Michel Cina ärgerte sich im Diessenhofener Lokalfernsehen im Gespräch mit Moderator Matthias Wipf auch darüber, dass man ihm nun vorwerfe, er habe unmittelbar nach der No-Billag-Abstimmung zu direkt gesagt, was man alles verändern wolle. Stattdessen habe man doch «den Wunsch nach Reformen» ernst genommen und damit das Vertrauen der Bevölkerung rechtfertigen wollen. Dieses Vertrauen habe man eingehalten, indem man die Effizienz innerhalb des Unternehmens gesteigert habe und die Zusammenarbeit mit den Privaten verbessert habe.

Cina betonte nochmals, dass bei einem Erfolg einer geplanten Halbierungsinitiative der SVP «das Angebot für sprachliche Minderheiten bedroht» wäre und künftig wohl «alles an einem Standort konzentriert» würde. Dadurch würde ausgerechnet dasjenige, was die DNA der SRG ausmache, sowie der ganz konkrete Beitrag zum Zusammenhalt in der Schweiz verloren gehen.

Auf die Rücksprache des Moderators, wonach diese Message bei der Bevölkerung nicht ankomme, entgegnete Cina, «vor allem auch die Jungen» würden «die staatspolitische und demokratiespezifische Dimension der SRG als Wert anerkennen».

Tiefe Fluktuation innerhalb der SRG

Cina wehrte sich auch gegen den Vorwurf der «Linkslastigkeit der SRG», der fast älter sei als er und immer wieder durch unabhängige Stellen widerlegt worden sei. Die regelmässigen, massierten Abgänge auch bekannter Gesichter bei SRF seien «alle auf ihre eigenen Überlegungen» zurückführen, man könne das «nicht generalisieren» und auch nicht auf eine allgemeine Unzufriedenheit und Frust innerhalb des Unternehmens zurückführen. Die Fluktuation innerhalb der SRG sei insgesamt «tief».

Cina war zuvor Präsident der CVP-Nationalratsfraktion und Walliser Staatsrat. Gemäss eigenen Aussagen bedauere er nicht, dass er niemals Bundesrat geworden sei.

Die Sendung ist ab Montag über die Kabelnetze zu empfangen, vorher bereits aber schon im Internet.  (ma)



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